Kommentar

Zartes Pflänzlein

Archivartikel

Peter Reinhardt begrüßt die neue Suche bei Cannabis

Hanf ist hierzulande eigentlich eine Kulturpflanze mit einem sehr breiten Einsatzgebiet und langer Tradition. Das reicht vom robusten Industriehanf zum Beispiel für Seilereien bis zum Einsatz von medizinischem Cannabis als Schmerzmittel. Die Vorteile sind allerdings durch das jahrzehntelange Anbauverbot und die Tabuisierung durch den Missbrauch als illegale Droge verschüttet worden. Erst durch die teilweise Freigabe zur Schmerzbehandlung bei schwersten, meist chronischen Krankheiten hat sich die Einstellung geändert.

Die Wirkungsweise der Arznei ist zwar zum Teil noch nicht ausreichend erforscht. Daneben macht sich aber schon Aufbruchstimmung breit. Die große Palette von weiteren Einsatzmöglichkeiten von hochwertigen Hanfsorten lässt die Hoffnungen von Firmengründern sprießen. Mehr als ein zartes Pflänzlein ist das allerdings noch nicht. Um die hoch emotionale Debatte über das Rauschgift Cannabis machen die Forscher einen weiten Bogen. Da stehen sich Gegner und Befürworter einer Legalisierung seit Langem unversöhnlich gegenüber. Die Wissenschaftler wollen durch die gründliche Entwicklung von neuen Einsatzgebieten für Hanf in der Medizin und sogar im Lebensmittelsektor die Grundlage für eine sachliche Auseinandersetzung legen.

Aus heutiger Sicht reicht das Marktpotenzial zumindest, um im Gesundheitsbereich eine Nische auszufüllen. Es gibt keinen Grund, dieses Geschäft den ausländischen Konkurrenten vor allem aus Kanada zu überlassen.

 
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