Kommentar

Zeit für Träume

Jürgen Berger zum Halbfinaleinzug von Görges und Kerber

Für Julia Görges bedeutet der Halbfinal-Einzug in Wimbledon einen Meilenstein. Schon jetzt hat die 29-Jährige im Tennis-Mekka den größten Erfolg ihrer Karriere sicher und kann im nächsten Duell mit der 23-fachen Grand-Slam-Siegerin Serena Williams befreit aufspielen.

Die Bad Oldesloerin stand lange im Schatten ihrer Fed-Cup-Teamkolleginnen Angelique Kerber und Andrea Petkovic. Die in der Bundesliga für Regensburg spielende Norddeutsche, die vor einem Jahr erstmals den Sprung in die Top 10 der Weltrangliste schaffte, hat sich diesen Coup spät in ihrer Profilaufbahn absolut verdient. Görges ist in den vergangenen zwei Jahren vor allem mental viel stärker geworden.

Durch den Höhenflug in London darf von einem deutschen Finale geträumt werden, auch wenn Görges bei den French Open zuletzt an Williams scheiterte. Die 132. Wimbledon-Auflage ist das Turnier der Außenseiterinnen. Im Viertelfinale stand erstmals keine der zehn topgesetzten Spielerinnen.

Für Angelique Kerber wird nun ausschlaggebend sein, wie sie mit der Bürde der Favoritin umgeht. Der Wimbledonsieg wäre für die frühere Nummer eins nach dem Leistungseinbruch im Vorjahr die absolute Krönung ihrer Rückkehr in die absolute Weltspitze.

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