Kommentar

Zeit zum Umdenken

Hagen Strauß zur Zahl der Patente auf Elektroautos

 

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bei den Patenten legt die Automobilindustrie ihren Fokus nach wie vor klar auf den Verbrennungsmotor, auf Diesel und Benziner. Und weitaus geringer auf den Elektroantrieb. Das Vertrauen in die Zukunft dieser Technologie scheint unter den Autobossen also doch nicht sonderlich groß zu sein. Deswegen die Zögerlichkeit der Konzerne.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Der Elektromotor ist weitaus weniger komplex, was mit ein Grund für die deutlich geringere Zahl an Patentanmeldungen ist. Es geht immer noch vor allem um Reichweite und Effizienz. Und auch der Kunde ist nicht unschuldig daran, dass die Entwickler ihr Augenmerk auf die Verbrennungsmotoren richten. Denn die Unternehmen reagieren so auch auf das Kaufverhalten am Markt. Soll heißen: Das Elektroauto wird eben nicht so stark nachgefragt, wie sich das Industrie und Politik wünschen. Trotz einer hohen Kaufprämie, trotz immer mehr Lademöglichkeiten. Schneller, größer und breiter sollen die Fahrzeuge stattdessen sein. Und diese Anforderungen lassen sich bisher weitgehend nur mit dem Verbrennungsmotor unter der Haube realisieren. Es bedarf somit eines Umdenkens – bei der Industrie und beim Kunden. Dann steigt auch bei den Elektroantrieben die Zahl der Patente an.

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