Kommentar

Ziel verpasst

Archivartikel

Jürgen Berger zum WM-Aus der DFB-Frauen

Die deutschen Fußball-Frauen haben bei der Weltmeisterschaft während des gesamten Turniers spielerisch keine Glanzlichter gesetzt. Das Viertelfinal-Aus gegen Schweden passt in dieses Gesamtbild. Der Auswahl von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg fehlte am Ende schlichtweg die nötige Qualität, um zumindest das so wichtige Olympia-Ticket zu sichern. Damit wurde das Minimalziel verpasst.

Dass die DFB-Verantwortlichen Voss-Tecklenburg trotz der großen Enttäuschung den Rücken stärken, ist die richtige Entscheidung. Die Bundestrainerin agierte zwar nicht fehlerfrei, doch insgesamt hat sie das Team variabler gemacht. Zudem muss bei ihrer Bewertung berücksichtigt werden, dass Starspielerin Dzsenifer Marozsan verletzungsbedingt nicht die geplante Führungsrolle als Kreativkraft einnehmen konnte.

Jetzt gilt es, den bereits eingeleiteten Umbruch konsequent fortzusetzen. Voss-Tecklenburg muss bis zur EM in England in zwei Jahren beweisen, dass sie Talente weiterentwickeln kann. Hoffnungsträgerinnen wie Lena Oberdorf oder Giulia Gwinn sind bereit für größere Rollen, weitere wie etwa Hoffenheims Lena Lattwein wollen sich beweisen – und die U 17 wurde erst vor kurzem Europameister.