Kommentar

Hagen Strauß findet, eine Verlängerung der Weihnachtsferien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bringt gar nichts

Zu viele seltsame Ideen

Hagen Strauß findet, eine Verlängerung der Weihnachtsferien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bringt gar nichts

Wer will noch mal, wer hat noch nicht mit irgendeiner Idee die Bürger verunsichert? Erst sollen sich Schüler mehr Pullis anziehen, weil ja wegen Corona in den Schulen mehr gelüftet werden muss; jetzt liegt der Vorschlag auf dem Tisch, die Weihnachtsferien zu verlängern und dafür andere Ferien im kommenden Jahr zu verkürzen. Wenn die Politik so weitermacht, wenn der Kampf gegen Corona immer mehr zum Tummelplatz von politischen Hinterbänklern wird, die hoffen, sich in der Krise profilieren zu können, wird der Corona-Frust bald noch größer werden. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.

Für eine Schlagzeile ist der Winterferien-Vorstoß vielleicht gut, weil er kräftig am Nervenkostüm von Eltern, Lehrern und Schülern zerrt. Die Ferien gehen alle an. Das war es aber auch schon. Sie zu verlängern, bringt nämlich nichts, wenn auch danach die Hygienekonzepte für die Schulen und Kitas nicht stimmig sind. Nur durch Abstand, Masken und die Möglichkeit, dass sich Lehrer und Kinder regelmäßig die Hände waschen können, sind steigende Infektionszahlen zu verhindern. Und vielleicht durch neue Wege bei den Klassengrößen, bei der Kombination von Präsenzunterricht und schulischem Homeoffice.

Es macht keinen Sinn, jetzt schon über Ostern oder den Sommer nachzudenken. Ob Weihnachten im Kreise der gesamten Familie gefeiert werden kann, weiß jetzt auch noch keiner. In der Corona-Krise muss von Woche zu Woche geplant werden. Deswegen treffen sich an diesem Mittwoch auch wieder die Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin, um über neue und alte Maßnahmen zu beraten. Die Schulferien stehen mit Sicherheit nicht auf der Tagesordnung.

 
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