Kommentar

Zukunft beginnt hier und jetzt

Archivartikel

Thorsten Langscheid ist gespannt auf das autonome Busfahren

Ja, es könnte sein, dass auch dieser Versuch beendet werden muss, ohne dass die selbstfahrenden Shuttles zur vollen Alltagstauglichkeit entwickelt und eingesetzt werden können. Experimente haben es so an sich, dass sie schiefgehen können. Die Technologie ist allerdings vielversprechend und wird bereits seit einigen Jahren genutzt – zum Beispiel in Lyon (Frankreich). Dort ist der fahrerlose Bus auf einer Uferpromenade an der Saône unterwegs. Übrigens kostenlos. Allerdings fährt der Pendelbus dort nur knapp schneller als Schrittgeschwindigkeit.

Das soll nun in Mannheim anders werden. Die autonomen Shuttles „schwimmen“ – so kündigen es die Macher vom Friedrichshafener Automobilzulieferer ZF an – im normalen Straßenverkehr mit bis zu 40 Stundenkilometern mit. Schon das ist ein Riesenschritt in Richtung Alltagstauglichkeit. In der zweiten Phase des „Reallabor“ genannten Versuchs wird es richtig spannend: Das Vehikel wird dann auch ohne Begleitperson, die im Notfall die Bremse ziehen könnte, fahren. Überwacht wird das Shuttle dabei nur noch vom Hochleistungs- Zentralrechner.

Das wäre ein bedeutender Schritt nach vorn, für den auch rechtliche und ethische Fragen geklärt werden müssen. Zum Beispiel: Wer trägt die Schuld, wenn es – wider Erwarten – zu einem Unfall kommt? Man sieht schon: An diesem Doppelversuch Mannheim-Friedrichshafen wird nicht nur mit technischen Neuerungen herumprobiert. Sondern ganz praktisch Mobilität von Morgen eingeübt. Die Zukunft im Verkehr beginnt hier und jetzt.

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