Kommentar

Zum Leid der Verbraucher

Frank Schumann über die absehbar höheren Strompreise

Ja, es ist richtig: Die finanzielle Hauptlast der Energiewende schultern die deutschen Stromkunden. Dieses Jahr werden die Endverbraucher voraussichtlich rund 35 Milliarden Euro an staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen für Strom bezahlen – im Jahr 1998 lag dieser Betrag bei knapp 2,3 Milliarden Euro. Vor allem die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien und die Stromsteuer schlagen heftig zu Buche. Dass nun ausgerechnet die Stromerzeuger lautstark nach staatlichen Entlastungen rufen, hat zwar etwas Scheinheiliges – schließlich haben die Unternehmen mit Blick auf ihre Gewinne die Strompreise in den vergangenen Jahren ebenfalls stets nach oben angepasst. Dennoch ist die Kritik an der staatlichen Einnahmepolitik berechtigt.

Während beispielsweise Konzerne mit hohem Stromverbrauch von der EEG-Umlage befreit werden, bleibt den Verbrauchern ein solches Hintertürchen versagt. Und warum Stromkunden für Entschädigungszahlungen bei Problemen mit Windkraftanlagen auf hoher See zur Kasse gebeten werden, ist nach wie vor ebenfalls rätselhaft. Die Bundesregierung setzt bei der Energiewende unbeirrt auf die Leidensfähigkeit der Verbraucher, die sich gegen hohe Stromkosten nur begrenzt wehren können – eine Taktik, die beim Bürger in erster Linie Frust erzeugt.