Kommentar

Zusätzliche Energie

Jürgen Berger zur Situation von Eintracht Frankfurt

Der Leistungssprung von Eintracht Frankfurt ist bemerkenswert. Nach dem völlig misslungenen Saisonstart mit den peinlichen Niederlagen im Supercup und DFB-Pokal stand Trainer Adi Hütter früh unter immensem Druck – die Hessen wurden als Abstiegskandidat gehandelt. Der unaufgeregte Österreicher, der seine Aufbauarbeit in Bern mit der Meisterschaft krönte, hat sich von dieser Debatte allerdings nie aus dem Konzept bringen lassen. Der Nachfolger von Niko Kovac setzte seinen Taktik-Plan Schritt für Schritt um und formte eine echte Einheit auf dem Platz.

Trapp als Stabilisator

Hütter ist der Architekt des Aufschwungs. Durch die Nachverpflichtung von Nationaltorhüter Kevin Trapp bekam die Defensive den nötigen Rückhalt. Sébastien Haller und Luka Jovic, die beide bereits sieben Mal getroffen haben, kompensierten die WM-bedingten Anlaufschwierigkeiten von Ante Rebic, der nun immer besser in Schwung kommt. Das Ergebnis: In der Liga kletterte der Traditionsverein vom Main bis auf Platz fünf.

Das Selbstvertrauen für diesen Höhenflug holten sich die Hessen in der Europa League. Dieser Wettbewerb, den manche Clubs als Belastung ansehen, ist für die Eintracht und ihre Fans etwas ganz Besonderes. Auf dieser Bühne setzten die Frankfurter gegen attraktive Gegner wie Olympique Marseille und Lazio Rom Ausrufezeichen, die zusätzliche Energie freigesetzt haben.

Die Lust auf weitere europäische Feststage ist groß. Aufgrund der hohen Belastung durch die englischen Wochen kommt die anstehende Länderspielpause nun aber gerade recht.