Kommentar

Zusammenhalt stärken

Archivartikel

Dirk Jansch zur Situation der IG Käfertaler Vereine

Mit 42 Mitgliedern ist die Interessengemeinschaft Käfertaler Vereine gut aufgestellt. Doch dass sich ausgerechnet in der schwierigen Phase der Kulturhaussanierung Auflösungserscheinungen bemerkbar machen, stimmt bedenklich. Die Zahlen sprechen für sich: Der Saal war 2017 nur noch 195 Mal belegt, gegenüber 231 Buchungen im Vorjahr. Das Defizit von 2016 konnte zwar reduziert werden, 2017 entstanden aber trotzdem 25 000 Euro an Mindereinnahmen. Da hilft es auch nicht, dass die Clubräume häufiger belegt waren. Nur ein Drittel der Vermietungen geht über die Vereine.

Wichtige Veranstaltungen sind weggebrochen: 2017/18 gab es weder Silvesterball noch Ostermarkt, und auch das Kulturhausfest kam in diesem Jahr mangels Beteiligung nicht zustande. Dass Kassier Chris Rihm vorzeitig hingeschmissen hat – wenn auch offiziell aus beruflichen Gründen – und nach wie vor kein Nachfolger gefunden worden ist, macht die Vorstandsarbeit nicht gerade leichter. Es knirscht in der IG. Manche Vereine fühlen sich vernachlässigt. Veranstaltungsreihen wie „Kultur im Park“ oder „Käfertaler Sommer“ sorgen zwar für Frequenz, gehen an den Vereinen aber gänzlich vorbei. Die Kooperationen und Projekte im Jugendkultur- und Flüchtlingsbereich werden als vorbildlich gelobt und generieren Fördermittel. Dem einen oder anderen ist die Schwerpunktsetzung auf Jugend aber zu groß. Der Vorstand wiederum beklagt die mangelnde Teilnahme der Vereine.

Das sieht nicht nach einer einfachen Lösung aus, aber sie muss her – im Sinne einer nach vorne gerichteten, für alle bürgerschaftlichen Interessen offenen und den Zusammenhalt stärkenden Verbandsarbeit. Nur so lässt sich das Kulturhaus nachhaltig beleben und nur so zahlen sich die Millionen aus, die zurzeit in die Sanierung gesteckt und zukünftig noch investiert werden.