Kommentar

Zwei Sturköpfe

Stefan Proetel über den Rechtsstreit Gedanitz-Eisenhauer

Eine Podiumsdiskussion kurz vor der Kommunalwahl. Die Kandidaten sind verständlicherweise nervös; sie wollen im direkten Vergleich punkten, um am Wahltag mit ihrer Partei möglichst viele Stimmen zu sammeln. Man teilt aus, man steckt ein, man grantelt, um dann wieder versöhnlich zu sein – normales Geschäft im politischen Betrieb.

Dass sich ML-Kandidatin Britta Gedanitz über einen Satz von SPD-Fraktionschef Ralf Eisenhauer aufregt, der aus ihrer Sicht nicht stimmt, ist nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist es aber, wenn die Äußerung ein paar Wochen später ein Gericht beschäftigen muss. Gedanitz reichte es offensichtlich nicht, Eisenhauer vor Publikum deutlich zu widersprechen. Eisenhauer wiederum hätte seine Argumentation leicht zu Ende bringen können, ohne auf der von Gedanitz kritisierten Formulierung zu beharren. Der Klügere gibt nach, heißt ein Stichwort. Bei der Diskussion sind aber wohl zwei Sturköpfe aufeinandergetroffen. Das Publikum fand das bestimmt spannend, der Richter am Amtsgericht sicher nicht. Es ist gut, dass der Streit um Worte zu Ende ist und nicht noch andere Gerichte beschäftigt. Dazu war der Anlass viel zu nichtig.