Kultur

Kunst Gedenken an den Maler Ilja Repin mit Ausstellungen und Lasershow / Scharfe Sicherheitsvorkehrungen bei Ausstellung nach Zerstörung eines Werks

175. Geburtstag des „russischen Rembrandts“

Archivartikel

Das blutrünstigste Werk fehlt im Jahr des 175. Geburtstags des russischen Malers Ilja Repin. Ein Museumsbesucher hatte das Gemälde „Iwan der Schreckliche und sein (von ihm erschlagener) Sohn“ im vorigen Jahr zerstört. Das auf etwa zehn Millionen Euro geschätzte Bild ist noch immer in der Werkstatt. Der Sturzbetrunkene hatte dem Gemälde mit einem Metallpfosten in der Tretjakow-Galerie in Moskau so zugesetzt, dass die Leinwand riss. Nach dem Wutanfall sitzt der Mann inzwischen im Straflager. Der vor 175 Jahren am 5. August 1844 geborene Repin löste wie nur wenige immer große Emotionen aus.

In der größten Retrospektive seit 25 Jahren mit dem Titel „Ilja Repin“ erinnert eine leere Stelle an der Wand an den Vandalismus - eine halbe Million Euro soll die Restauration kosten. 170 Ölgemälde Repins, darunter viele wenig bekannte, sind in der im März eröffneten Schau im neuen Gebäude der Tretjakow-Galerie noch bis 18. August zu sehen. Danach zieht die auch wegen des Bilderstürmers unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen organisierte Ausstellung weiter nach St. Petersburg ins Russische Museum – und danach ins Petit Palais in Paris und ins Ateneum in Helsinki.

Zu sehen ist etwa das weltberühmte Werk „Die Wolgatreidler“, das 2012 auch in Chemnitz gezeigt wurde. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll nicht zuletzt die internationale Bedeutung Repins, der als eine Art russischer Rembrandt gilt, herausstreichen, wie die Kuratoren betonen. Doch in der Ukraine, die Repin als „ihren“ Maler feiert, wird die Wanderschau nicht zu sehen sein.

Sein Geburtsort Tschugujew in der Nähe von Charkiw, wo Repin noch zu Zarenzeiten zur Welt kam, gehört zur Ukraine. Ein Künstlerforum hält dort seit Jahren die Tradition des Realismus in der Malerei mit Workshops wach. An seinem 175. Geburtstag wird dort ein ganztägiges Fest mit Lasershow am Abend über die Bühne gehen. Gewürdigt wird er auch als herausragender Zeichner, als Bildhauer, Literat und sogar als Architekt. dpa

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