Kultur

8. Mannheimer Reden: Reaktionen zur Diskussion am NTM

Archivartikel

Mannheim.Elena Friesen (35, Mannheim): Ich fand die Diskussion im Schauspielhaus sehr spannend und interessant, natürlich aber auch ein bisschen schwere Kost jetzt zur Abendstunde. Es war aufschlussreich, sich diesen positiven Ausblick in die Zukunft anzuhören. Da ich selbst einen BWL-Abschluss habe, konnte ich viele Hintergründe gut nachvollziehen, deshalb war nicht viel neu oder überraschend. Diesen „Elefanten“-Graph fand ich sehr interessant, davon habe ich vorher noch nie gehört. Auch die Verteilung von Arbeitskraft nach den 1990er Jahren, wo der Ostblock erwähnt wurde – ich komme selbst aus der Sowjetunion – diese Fakten fand ich sehr informativ.

Gunter U. Heinrich (76, Mannheim): Meines Erachtens hat der Vortrag von Herrn von Weizsäcker dazu beigetragen, dass gerade in der Arbeitnehmerschaft doch erhebliche, sagen wir mal, Ängste abgebaut worden sind, bezogen auf die Versorgung, auf die Rentenleistung, Sparguthaben und so weiter. Es war meiner Meinung nach sehr schlüssig, wie der Vortrag rüberkam, und es konnten Ängste abgebaut werden. Das war auch Sinn und Zweck dieser Veranstaltung.

Wolfgang Enderle (55, Heidelberg): Ich fand das Thema „Ein neues goldenes Zeitalter der Arbeit“ sehr spannend, es kamen einige Gedanken auf, auf die ich von alleine nicht gekommen wäre. Ich beschäftige mich beruflich auch mit wirtschaftlichen Überlegungen und habe mich da auch sehr gefreut, dass es so in dieser Diskussion sehr locker rübergebracht und erläutert wurde.

Wilfred Endruweit (68, Mannheim): Ich fand die Diskussion sehr gut und verständlich. Ich bin ehemaliger Sparkassen-Kaufmann und ich fand, es war sehr gut erklärt. Mich hat überrascht, mit welcher Offenheit Herr von Weizsäcker gesprochen und das Thema beleuchtet hat, vor allem mit den Zinsen, wie er die Niedrigzinsen erklärt und die genauen Zusammenhänge erläutert hat. Schön wäre es, wenn es solche Informationen auch in Talkshows im Fernsehen geben würde, wenn da auch mal ein Fachmann sprechen würde und nicht alles parteipolitisch wäre. Der eine dafür, der andere dagegen, damit auch die Masse das besser versteht.

Petra Wüste (69, Mannheim): Mir hat die Diskussion sehr gut gefallen, sie wurde auch gut begleitet. Ob das Thema gänzlich getroffen wurde, da bin ich mir nicht so sicher, aber ich konnte viel mitnehmen aus dem Abend. Für mich war es ziemlich neu, dass Herr von Weizsäcker doch sehr offen war und viele Themen zumindest angerissen hat, die alle angehen.

Herbert Gebhard (73, Mannheim): Ich fand den Vortrag sehr theoretisch und mir hat ein bisschen der Praxisbezug gefehlt. Das kam ja dann auch von Herrn von Hoyningen-Huene, das war seine Kritik dabei. Was ich positiv fand, war, dass wir gar nicht so schlecht sind, wie es immer dargestellt wird. Mir hat insgesamt aber so ein bisschen die praktische Perspektive gefehlt, die kam überhaupt nicht heraus.

Barbara Endruweit (56, Mannheim): Die Diskussion war toll. Mir hat es sehr gut gefallen, wie Herr von Weizsäcker bei den Immobilien die Kombination mit dem Sparbuch erklärt hat und dabei nicht zu fachmännisch wurde, sondern es auch für „Otto-Normalverbraucher“ so toll erläutert hat. Er hat das Thema außerdem richtig humorvoll rübergebracht. Auch Frau Niejahr war toll, da sie ihn ab und zu ein wenig gereizt hat und daraus dann eine richtig gute Diskussion entstand.

Thomas Steitz (57, Mannheim): Zuerst einmal zum Vortrag: Er war anders, als ich ihn erwartet hatte, aber er war sehr erfrischend, sehr fundiert, vor allen Dingen auch sehr optimistisch und hat klar gemacht, dass wir in Deutschland teilweise viel zu zaghaft an Themen herangehen und mehr die Ärmel hochkrempeln und anpacken sollten. Außerdem hat sein Beitrag auch verdeutlicht, dass wir in Deutschland durchaus optimistisch in die Zukunft schauen können, wenn wir es aus einer Warte der Volkswirtschaft von etwas weiter weg betrachten.

Regina Ratzel (75, Mannheim): Ich hätte gerne noch mehr von Frau Niejahr gehört, ich habe vor kurzem ein Gespräch mit ihr in der Zeitung gelesen, und sie legte besonderen Wert darauf, dass Investitionen in Bildung und Ausbildung getätigt werden, damit gerade auch im Zuge der Digitalisierung die Qualifikation der Arbeitnehmer mithält und wir nicht ein Prekariat aufbauen, das in die Sozialsysteme absinkt. Dieser Aspekt kam mir heute zu kurz. Frau Niejahr war weniger eine Referentin, sondern eher eine Moderatorin. In dieser Rolle war sie aber pfiffig, charmant und witzig.

Johannes Haefele (66, Lampertheim): Ich fand die Diskussion sehr spannend, obwohl ich von einigen ehemaligen Kollegen, die Experten auf diesem Gebiet sind, gehört habe, dass das eine oder andere nicht unbedingt sachlich oder dem Stand der Wissenschaft entsprechend ist, aber da gab es ganz unterschiedliche Meinungen. Ich persönlich fand, es waren sehr interessante Zusammenhänge, sehr interessante Aussagen, ich bin aber nicht mit allem einverstanden, was er sagte. Was ich aufschlussreich fand, war die Statistik über die Einkommenszuwächse nach der Wende, nach der Öffnung vieler Märkte für den globalen Markt wie zum Beispiel China oder Indien. Die Aussage, wir würden in ein globales Zeitalter reinkommen, hier speziell in Deutschland, da habe ich gewisse Zweifel. Ich denke, er hat vielleicht Recht, was die Arbeitsplätze anbelangt, dann ist das aber vielleicht nicht nur eine Frage von verfügbarem Kapital und Zinsen, sondern ich glaube, da spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle.

Auf der anderen Seite werden wir aber wahrscheinlich in das Problem reinlaufen, und das wurde ja am Schluss ganz viel diskutiert, nämlich die Frage der negativen Verzinsung von langfristigen Ausleihen, also wenn Versicherungen und andere Unternehmen Gelder für 20, 30 Jahre anlegen und dann plötzlich negative Zinsen haben. Das hat ja auch Auswirkungen auf Pensionen, und da stelle ich mir die Frage: Sind unsere Renten tatsächlich sicher? Also ums Mal auf diese Formel zu bringen: Da würde ich ein großes Fragezeichen setzen. Ich glaube, da kommen schon einige Sorgen auf, wenn man sich diese Aussagen zu Gemüte führt.

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