Kultur

Klassik Kurpfälzisches Kammerorchester blickt voraus

Abschied für Schlaefli

Zu Zeiten Carl Theodors setzte die Mannheimer Schule wichtige Impulse für die heutige Konzert-Sinfonie. Wer sich heute wie das Kurpfälzische Kammerorchester (KKO) dieser Schule verpflichtet, steht in der Tradition der Innovation. „Unser Programm ist eine Mischung aus Vertrautem und aus Überraschungen – Stücke, die man nicht kennt oder nicht erwartet“, sagt der Chefdirigent Johannes Schlaefli.

Bei der Vorstellung der neuen Konzertsaison 2018/19 im fast voll besetzten Florian-Waldeck-Saal im Zeughaus sagt er, dass das KKO mit steigenden Abonnentenzahlen auf seine bisherige Programmgestaltung weiter setzten wird: „Die Art des Programmes ist ähnlich, die Inhalte natürlich nicht.“ In den sechs Mannheimer Schlosskonzerten gibt es damit wieder eine Mischung aus Mannheimern wie Joseph Martin Kraus oder Ignaz Holzbauer, Pop-Stars wie Mozart oder Bach sowie modernen Komponisten wie Béla Bartók oder Emmanuel Séjourné.

Bekannte Größen sind wieder geladen, wie der mit dem Klassik-Echo ausgezeichnete russische Violinist Yury Revich im dritten Schlosskonzert. Auch wird gemeinsam mit dem Nachwuchs der Musikhochschule Mannheim konzertiert: im fünften Schlosskonzert mit Rodion Schtschedrins Version der Carmen-Suite, die mit 47 Schlagwerk-Instrumenten und fünf Schlagwerkern daherkommt – also durchaus massiv.

Hintertür offengelassen

Besonders soll das sechste Schlosskonzert werden, Schlaeflis Abschiedskonzert. Schwer falle es ihm, der seit Sommer 2013 Chefdirigent des Orchesters ist, das KKO zu verlassen. Doch ermögliche ihm die Berufung zum Chef des Sinfonieorchesters Collegium Musicum in seinem Wohnort Basel, die Reisen, die sein Berufsleben prägen, zu reduzieren. „Umso schöner, dass ich bei meinem letzten Konzert als Chefdirigent Antonín Dvořáks Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22 spielen darf. Etwas, das ich schon lange spielen wollte“, sagt er.

Wer den Posten des Chefdirigenten übernehmen wird, ist noch nicht bekannt. Mit einem Namen sei frühestens im Herbst dieses Jahres zu rechnen. „Wir lassen uns bewusst Zeit mit dieser Entscheidung“, sagt Gabriele Gefäller, die stellvertretende Geschäftsführerin des KKO, „denn wir möchten ja einen adäquaten Nachfolger für Johannes Schlaefli finden.“ Und: „Wenn er Zeit hat, ist er als Gast immer gerne bei uns gesehen“, so Gefäller.