Kultur

Klassik Matinee mit Marie Rosa Günter und Stanislas Kim

Agieren gut zusammen

Seit 2012 musizieren die 27-jährige Pianistin Marie Rosa Günter und der 25-jährige Cellist Stanislas Kim gemeinsam. Inzwischen ist das mehrfach ausgezeichnete Duo deutschland- und weltweit in den Konzertsälen zu hören und bei renommierten Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival zu Gast. Jetzt traten die beiden Ausnahmetalente im Rahmen einer Matinee der Stiftung PE-Förderungen für Studierende der Musik im Florian-Waldeck-Saal auf. Günter spielt Joseph Haydns Fantasie C-Dur op. 58 mit Akkuratesse und einem bemerkenswerten Sinn für den Haydn’schen Witz, um dann mit dem 120 Jahre später entstanden „Menuet sur le nom d’Haydn“ von Maurice Ravel die Brücke zum Anfang des 20. Jahrhunderts zu schlagen.

In Bartóks Rhapsodie Nr. 1 für Cello und Klavier kommt diese Eigenart des Duos noch deutlicher zum Vorschein. Kim prescht mit wilden, tänzerischen Rhythmen voran, lässt die eigentümliche Melodik sich entfalten und den Bogen springen, wird dabei in der Spur gehalten von Günter, die nie zügellos, aber mit ebenso viel Ausdruck weniger Begleiterin ist als ebenbürtige Solistin. Höhepunkt des außergewöhnlichen Konzerts ist Rachmaninows Sonate für Cello und Klavier g-Moll op. 19 technisch und interpretatorisch eine Herausforderung, die das Duo ausdrucksstark meistert. Die beiden beherrschen auch die zarten Töne, wie sich in der Zugabe – einem wunderbar lyrischen „Schwan“ von Saint-Saëns – zeigt. kako