Kultur

Alles einerlei?

Schlagermusik ist eine heikle Sache, für die einen ist sie ein simpler Ausdruck von Tralala-Naivität, anderen hingegen ist es damit Ernst – auch wenn jeder weiß, dass das Leben meist nicht so ist, wie man es hier besingt. Das schließt aber nicht aus, dass gewisse dort betonte Dinge dick zu unterstreichen sind, etwa der Titel „Du kannst nicht immer 17 sein“, den Chris Roberts sang – um dann aber die fragwürdige Zusage zu machen, sein „Liebling“ werde vom Leben noch bekommen, „was es mit 17 dir verspricht“. Indessen ist nicht nur im Schlager oft der Wunsch Vater des Gedankens. Man sollte es sich wohl mit dem Schlager wie mit dem ganzen Leben nicht zu leicht machen. Das scheinen die Genreveteranen Roberto Blanco und Tony Marshall jedoch anders zu sehen. Sie pflegen ihr Image als Stimmungskanonen, haben lockiges Haar noch mit über 80 – und werden, so berichtet es die Nachrichtenagentur dpa, öfter miteinander verwechselt. Das ist kurios, da Blanco, anders als sein Name sagt, dunkelhäutig ist und Marshall eher blass. Ob es an der Musik liegt? Wer es sich ganz leicht macht, für den ist eh alles so ziemlich einerlei. Thomas Groß