Kultur

Pop Die Band L’Âme Immortelle mit Mannheimer Konzert

Am Schattenplatz der unsterblichen Seele

Archivartikel

Mit allerhand tobender Theatralik, Düsternis und Dramatik ist sie verseen, die Einfahrt zum Schloss der unsterblichen Seele, in der L’Âme Immortelle residieren. In über 20 Jahren Bandgeschichte hat es sich die österreichische Elektro- und Darkwave-Formation durchaus Klang-wohnlich in ihrem Genre-Domizil eingerichtet, dessen Pforten sie dem Publikum in der recht gut besuchten Kolbenhalle des Mannheimer MS Connexion Complex öffnen.

Rund ein Dutzend Alben hat die Gruppe seit 1997 veröffentlicht, zuletzt vor etwa einem Jahr ihren Langspieler „Hinter dem Horizont“, dessen Stücke prominent im Programm des Konzerts vertreten sind, bei dem das Vokalisten-Kern-Duo aus Sonja Kraushofer und Thomas Rainer von einem Live-Schlagzeuger und einem Keyboarder begleitet werden.

Nach einem gleich doppelt besetzten Vorprogramm mit dem Schweizer Elektro-Duo Dunkelsucht und der (mit angenehmem Augenzwinkern agierenden) Elektro-Pop-Formation Versus aus Dresden vereinen L’Âme Immortelle hierbei die melancholisch-verzweifelnde Inbrunst klagender Song-Seelen mit einer kräftigen Beat-Maschinerie und einem kühlen Hauch von Pop. Wo Sonja Kraushofer sich durch impulsive Höhenlagen singt, wirft Thomas Rainers tief grollende Stimme einen schweren Anker in den Genre-Hafen der Neuen Deutschen Härte.

Stücke mit Pathos

Das unterhält – etwa beim aufgekratzten „Es tut mir leid“ oder beim entrückt brodelnden „Spell“; auch „Schwerkraft“ und „Eye Of The Storm“ bereiten Hör-Spaß. Wer sich dagegen am Pathos eines Stücks wie „Tränen im Regen“ gebührend erfreuen will, sollte auch ein Faible für Musicals à la „Elisabeth“ mitbringen. Mit einer Zugabe-Akustikversion von „Letztes Licht“ löscht die Band dasselbe nach etwa 90 Konzertminuten – bildlich gesprochen, denn im MS Connexion steht dann noch die lange „Super Schwarzes Mannheim“-Partynacht an. mav