Kultur

Wegen Waldbrandgefahr Behörden sagen Odenwälder Pop-Festival Sound Of The Forest Mittwochmittag wegen Waldbrandgefahr ab / Am Donnerstag sollte es beginnen

Am Stausee bleiben Zelte und Bühnen leer

Archivartikel

Oberzent.Etwas Schlimmeres kann einem Festival zum zehnten Jubiläum kaum passieren: Einen Tag vor Beginn von Sound Of The Forest (SOTF) hat die neuerdings zuständige Stadt Oberzent gestern Mittag das viertägige Event abgesagt. „Aufgrund der aktuellen Wetterlage, erhöhter Waldbrandgefahr und der damit verbundenen Gefährdung der Festivalbesucher“, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die Behörden und die Veranstalter weisen darauf hin, dass „der Bereich um den Marbachstausee bis auf Weiteres für sämtlichen Publikumsverkehr aus „Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ gesperrt ist. „Wir raten allen Besuchern dringend ab, das Festivalgelände anzufahren“, betont Rekha Ober vom gemeinnützigen Verein Sound Of The Forest, der das Festival organisiert, auf Anfrage dieser Zeitung.

Veranstalter hätte spielen lassen

Die an der Popakademie ausgebildete SOTF-Sprecherin stellt klar, „dass wir den Beschluss der Behörden respektieren. Die Sicherheit von Mensch und Natur hat höchste Priorität.“ Trotzdem klingt sie am Telefon ein wenig fassungslos und stellt klar, dass sie das Festival nach der Erfahrung mit einigen heißen Sommern in den Vorjahren für durchführbar gehalten hat. „Aber dass es so lange so heiß war, ist schon eine Situation, die es noch nie gegeben hat“, signalisiert Ober Verständnis. Nicht ohne zu betonen, dass sie – anders als die Behörden – ihrem Publikum zugetraut hätte, auf Grillen, offenes Feuer und Rauchen an nicht ausgewiesenen Plätzen zu verzichten. Das sah ein Konzept unter anderem vor, das die SOTF-Macher erarbeitet hatten, nachdem die Absage bereits am Freitag konkrete Formen angenommen habe.

Betroffen sind laut Ober, jeweils 4999 Zuschauer, die an den Spitzentagen Samstag und Sonntag Stars wie Joris, Wallis Bird, Kat Frankie, Von Wegen Lisbeth oder Astronautalis zujubeln wollten. Der erste Besucher war gestern Mittag schon angereist und erlebte die Enttäuschung der 200 größtenteils ehrenamtlichen Festivalhelfer live und hautnah mit. Wie die Absage finanziell und versicherungstechnisch geregelt wird, darüber entscheiden die Veranstalter circa Mitte kommender Woche. „Bis dahin stehen die Sicherungsmaßnahmen auf dem Gelände im Vordergrund“, so Ober. 2017 hatte SOTF einen Gesamtumsatz von 350 000 Euro. Für Fragen wurde unter 06063/577 99 15 ein Besuchertelefon eingerichtet.

Das Festival nachzuholen, bezeichnet sie als „leider illusorisch. Wir würden das hinbekommen, aber die Künstler sind natürlich verbucht.“ Ober betont nachdrücklich, dass SOTF durch diese Absage nicht grundsätzlich in Frage gestellt sei: „Das haben die Bürgermeister der drei Anrainergemeinden bei einem Ortstermin klargestellt.“

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