Kultur

Ausstellung Die Weltkunstschau in Venedig wird am 11. Mai eröffnet und dauert dann bis 24. November

Am Wochenende beginnt die Biennale

Archivartikel

Zur Kunst-Biennale verwandelt sich Venedig von dieser Woche an wieder in einen riesigen Ausstellungsraum. Die Hauptausstellung steht unter dem Motto „May You Live In Interesting Times“ (Man möge in interessanten Zeiten leben). Sie wird vom US-Amerikaner Ralph Rugoff kuratiert und von rund 80 Künstlerinnen und Künstlern gestaltet. Dazu kommen Ausstellungen in nationalen Pavillons und anderen ausgewählten Orten der italienischen Lagunenstadt. Für Besucher ist die 58. Ausgabe der Biennale von Samstag (11. Mai) bis zum 24. November geöffnet. Neben der documenta in Kassel gilt sie als weltweit wichtigste Schau der Gegenwartskunst und findet alle zwei Jahre statt.

Deutschland ist nicht nur mit Künstlerinnen wie der Bildhauerin Alexandra Bircken, der Filmemacherin Hito Steyerl oder der bildenden Künstlerin Rosemarie Trockel vertreten. Stephanie Rosenthal, Direktorin des Berliner Martin-Gropius-Baus, leitet die Jury, die zum Auftakt am Samstag über die Vergabe mehrerer Preise entscheidet.

Den deutschen Pavillon gestaltet die iranisch-deutsche Video- und Installationskünstlerin Natascha Sadr Haghighian. Zu dem akustischen Konzept tragen auch sechs Komponisten und Musiker bei. Die Bremer Professorin hat sich dafür den Namen Natascha Süder Happelmann gegeben und tritt lediglich mit einer Steinattrappe auf dem Kopf in Erscheinung. Verantwortlich für den Pavillon ist Franciska Zólyom, Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig.

Einen Vorgeschmack geben vorab veröffentlichte Videos, die die Künstlerin in Bayern und Italien an Orten zeigt, die für das Schicksal vieler Migranten in Europa stehen. Auch andere Pavillons setzen sich mit aktuellen Themen auseinander – so geht es bei den Vereinigten Arabischen Emiraten um gesellschaftlichen Wandel in der Golfregion, in Brasilien um Tanz und Transgender.

Die Ausstellung müsse „offen und grenzenlos“ bleiben, hatte Biennale-Präsident Paolo Baratta bei der Vorstellung des diesjährigen Konzeptes erklärt. Die Kunst übe ihre Kraft zwar nicht auf dem Gebiet der Politik aus, könne aber vielleicht auf indirekte Weise eine Art Anleitung dazu sein, wie man in „interessanten Zeiten“ leben und denken kann, sagte Kurator Rugoff.