Kultur

Kunst Anton Kokl im Kunstverein Ludwigshafen

Anregende Experimente mit Farbe

Große Leinwände hängen an der Wand im Kunstverein, überzogen mit gestischen Spuren in Weiß vor farbigem Grund, abstrakt, ungewiss, unverbunden. Die Farbflächen leuchten in erlesenen Tönen, bei Sonnenlicht wie aus sich heraus. Eigentlich muss man lesen, worum es geht, es erschließt sich nicht auf Anhieb, was der 1949 geborene Maler Anton Kokl genau tut. Seit etwa 25 Jahren beschäftigt er sich – nach einem Studium der Bildenden Kunst an der Kunstakademie Mainz – mit den sogenannten Interferenzfarben. Man könnte Interferenzpigmente mit Perlglanzfarbe oder Glimmer vergleichen, ihre Wirkung basiert vorwiegend auf der Überlagerung von verschiedenen Lichtwellen an dünnen, hochbrechenden Schichten.

Sie findet häufig in Automobillacken oder Kosmetik Verwendung. Kompliziert und vollkommen ungewöhnlich ist ihre Nutzung in der Bildenden Kunst, aber genau an diesem Punkt forscht Kokl intensiv: Er nennt seine Farben „Innere Farben / Inner Colours“ und untersucht diese neuartigen Bildlichterscheinungen. Wichtig für seine Kunst ist der Umstand, dass diese Farben natürlich in Bindemittel gebunden sind, das wiederum nur weiß zu sehen ist. Schwierig wird das an seinen Farbtuben: Sie müssen beschriftet sein, denn das Bindemittel ist weiß! Allein durch den Auftrag auf Schwarz tritt die Interferenzfarbe dann in Erscheinung.

Ölkreiden selbst entwickelt

Beispielsweise wurde bei den Leinwänden mit dem Titel „Fliegendes Weiß“ weiße Tusche gestisch mit einem breiten Quast auf eine schwarze Acrylfläche aufgetragen, die Interferenzfarbe aber als Druck dahinter gelegt, irre! Die Experimente Kokls machen vor der Maltechnik nicht halt: Er spachtelt, zeichnet mit selbstentwickelten Ölkreiden, aquarelliert mit flüssigem Farbkörper, alles mit den Interferenzfarben.

Zum Thema