Kultur

Jazz in der Aula Die „Mama-Shakers“ erhielten stehenden Applaus vom begeisterten Publikum in Lauda

Ansteckende Gute-Laune-Musik

Zum Schluss wurde in der Aula stehend applaudiert: Großen Anklang fand als Abschlusskonzert der Saison der erste Auftritt der „Mama shakers“ aus Paris, einer fünfköpfigen, international besetzten blutjungen Truppe, die bald nach ihrer Gründung schon auf Jazz-Nachwuchswettbewerben für Aufsehen sorgte und ausgezeichnet wurde, letztes Jahre mit viel Erfolg ihre erste Deutschland-Tournee absolvierte und mit ihrem frischen, unbeschwerten, sympathischen Auftreten das Publikum spontan für sich einnahm.

Für reichlich Stimmung gesorgt

So auch in aus diesem Anlass der recht ordentlich besuchten Aula des Martin-Schleyer-Gymnasiums, wo das von der Trompeterin, Sängerin und Waschbrettvirtuosin Angela Strandberg gegründete und angeführte Quintett mit einem knapp zweistündigen flotten Mix aus amerikanischem Swing der Zwanzigerjahre, aus Blues, Folksongs und Jug Band Music über die Bühne fegte und für reichlich Stimmung sorgte.

Besonders die meist farbigen Jug Bands und Straßenmusiker des frühen 20. Jahrhunderts, die an den Straßenecken der aufstrebenden US-Metropolen sich ihre Cents verdienten, scheinen beim typischen Sound der „Mama-Shakers“ Pate gestanden zu haben, auch wenn der namensgebende Tonkrug nicht zu ihrem Instrumentarium gehört (jedenfalls hier nicht auftauchte) ebenso wenig wie ein Schlagzeug, dafür aber Trompete, Klarinette, Banjo, Steel guitar, Kontrabass und Waschbrett, das von der Chefin Strandberg mit überschäumendem Temperament selbst bearbeitet wird.

Das quicklebendige, brünette Multitalent präsentierte sich hier in knappem Rock, Seidenstrümpfen und bedrucktem T-Shirt, weiß, wie man eine ordentliche Bühnenshow abzieht und (auf englisch) moderiert, vollblütig und urwüchsig, garniert mit einigen Slapstickeinlagen, Trompete spielt und singt, auch wenn sie dabei eine gewisse Anlaufzeit benötigte und erst nach der Pause richtig aus sich herausging, zum Beispiel wenn sie beteuerte: „I wanna be bad“. Ihre drei gleichfalls jungen Kollegen von der Rhythmusgruppe(namentlich Gitarrist Baptist Hec, Banjoist Andrea Baldoffei, Bassist Adrien Mallamaire) sangen gleichfalls bei passender Gelegenheit und produzierten im übrigen auf ihren Saiteninstrumenten jenen fröhlich dahinschrammelnden und zugleich swingenden Sound, der nach dem Krieg unter dem Namen „Skiffle“ in der jungen Popmusik eine Zeit lang sehr populär war.

Es war eine richtig entspannte, unbeschwerte und ansteckende Gute-Laune-Musik, auch tanzbar wie in „Shim sham shimmy dance“ oder „Happy feet“, die man an diesem Abend ( auch ohne selbst zu tanzen) genießen konnte, präsentiert von einer gleichfalls gut aufgelegten bis begeisterten, manchmal augenzwinkernd selbstironisch agierenden Truppe.

Sentimentale Schlager

Dazu kamen sentimentale Schlager jener Epoche der Zwanziger- und Dreißigerjahre wie „Shine on harvest moon“ oder ein echter früher Rhythm & Blues wie „Diggin my potatoes“ inklusive Bottleneck-Slidegitarre. Und – last but not least – gab’s an diesem munteren Jazz-Abend noch einen weiteren Solisten in Person des fabelhaften Klarinettisten Hugo Proy, umwerfend virtuos und – im Duett mit Angela Strandberg – auch das komische Potenzial seines Instruments voll ausspielend, so dass man nur noch staunend zuhörte . . .

Großer Jubel am Ende und zwei Zugaben – die „Mama Shakers“ hatten die Herzen der Fans im ersten Ansturm genommen und dieser erste wird hoffentlich nicht ihr letzter Auftritt in der Aula gewesen sein.