Kultur

Mannheim Music Week Studenten der Musikhochschule singen und musizieren auf dem Paradeplatz

Arien mitten in der Innenstadt

Eine Straßenbahn fährt rumpelnd auf den Paradeplatz zu. Ein Fahrradfahrer schiebt klingelnd sein Rad über den Platz. Mitten im Innenstadt-Gewusel steht Ipelong Kgartle und trägt die Arie der Marguerite aus „Faust“ von Charles Goudard vor. Kgartle macht den Auftakt beim Container-Musikfestival, bei dem im Rahmen der Mannheim Music Week täglich auf dem Paradeplatz Dozenten und Studenten der Musikhochschule musizieren oder singen.

Kgartle singt kraftvoll, lässt sich kein bisschen von den Geräuschen auf dem belebten Platz beirren. Immer mehr Leute versammeln sich vor dem Container. „Das ist ein Wunschkonzert,“ erklärt Stefanie Kranenfeld, Professorin an der Musikhochschule, sie leitet Vorführung der Arien am Montag. Das Publikum kann aus einer Liste an Titeln auswählen, was es hören will.

Als die Zuhörer das erste Lied auswählen sollen, sind sie noch etwas schüchtern. Schließlich singt Michelle Nicklis begleitet von Changhee Park die Arie der Olympia von Jacques Offenbach. Passanten laufen vorbei, werden langsamer, gucken und bleiben stehen. Bei der nächsten Entscheidung gibt es mehr Beteiligung. Ein Mann in der ersten Reihe sagt: „Was Deutsches, damit wir was verstehen“. Also erklingt die Arie der Frau Fluth aus „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai. Dann stimmt Eunwon Richard Park, der einzige männliche Sänger an dem Nachmittag, die Arie des Figaro von Gioachino Rossini an. Sein tiefer und kraftvoller Bariton tönt über den Platz – bis in die Fressgasse sind die Arien teilweise zu hören. „Sehr faszinierend, was er für einen Klangkörper hat“, findet Helene Baier, die auf dem Weg von einem späten Frühstück mit einer Freundin das Konzert spontan entdeckt hat.

Klänge aus dem Schaufenster

Nach der Gesangsklasse begeben sich Violinistin Malin Grass und Pianist Marc Lohse im Container auf eine musikalische Zeitreise. Während sie den Paradeplatz zum Klingen bringen, spielt im Schaufenster gegenüber die Band Luna & Lewis. Sängerin Laura Volk und Jeremy Heiß am Kontrabass laden mit ihren ruhigen und sanften selbst geschriebenen Liedern zum Entspannen ein – oder dazu, in Ruhe über die Planken zu bummeln.