Kultur

Comedy Franz Kain unterhält das Publikum im Mannheimer Schatzkistl aufs Beste

Auch der Lockdown ist zum Lachen gut

„Bitte nicht in die Armbeuge lachen – raus losse!“, wünscht sich Kabarettist Franz Kain. Das Publikum hält sich daran. Auch wenn das Mannheimer Schatzkistl angesichts des Corona-Hygienekonzepts jetzt mit nur 38 Plätzen ausverkauft ist, schafft es der Mundart-Solokünstler, mit seinem Programm „Kain allein Daheim 2 – Das große Ausmisten“ Stimmung zu erzeugen.

Der Weinheimer Bühnenprofi braucht gerade Mal einen Sessel als Requisite. Schließlich beherrscht er die Kunst des köstlichen Erzählens. Und zu erzählen gibt es allerlei aus jener Daheim-Zeit während des Lockdowns, in der Paare kaum Möglichkeiten hatten, sich aus dem Weg zu gehen und deshalb gehortetes Mehl zu Frühjahrs-Weinachtsgutsel verbackten. Wie gut, wenn sich da der Ehemann mit dem Laubbläser austoben kann. Diese „Vom- Winde verweht-Nummer“ spielt der Kurpfälzer nach dem Motto: „Ich bin der Karajan, der Sträucher statt Streicher dirigiert.“ Wohl der Ehefrau, die sich während des Getöses mit ihrem 40 000-Teile-Puzzle (die gibt es tatsächlich) zu beschäftigen vermag.

Vergnüglicher Abend

Wenn Kain babbelnd und gestikulierend schildert, wie er jene Wochen für Ausmisten von Keller und Dachboden genutzt hat, aber so einiges dann doch im Zwischenlager Garage statt auf dem Müll gelandet ist, dann blitzen bei Besuchern mit kicherndem Glucksen eigene Erinnerungen auf. Wer kennt es schließlich nicht, das Ausräumen, das als Umräumen endet, weil man glaubt, den alten Trainingsanzug aus grell bunter Ballonseide irgendwann noch anziehen zu können. Und sei es zum „Schaffe“. Berühmt-berüchtigt auch die „Kruschtelschublade“, in der sich so ziemlich alles findet, außer das Gesuchte. Im Wahn-Witz kramt Kain mit Wort-Witz.

Es ist ein (ohne Pause) kurzer, aber vergnüglicher Abend, bei dem das Publikum die Freude des Kleinkünstlers spürt, endlich wieder „akustisch umarmt“ zu werden – durch lauten Beifall. Und vermutlich dürften so manche der Schatzkistl-Besucher ab sofort „Er sucht sie“-Bekanntschaftsanzeigen lesen: Denn die können ganz schön schräg sein, wie die Kain-Zugabe offenbart. 

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