Kultur

Musical „Xanadu“ für Kinder im Pfalzbau in Ludwigshafen

Auch hier triumphiert die Liebe

Archivartikel

Am Ende haucht Regisseurin Iris Limbarth ihrer Hauptdarstellerin Cara Gurr einen Kuss auf die Hand. Gut gemacht, soll das bedeuten. Das Musical „Xanadu“, das Limbarth basierend auf dem gleichnamigen Film mit Jugendlichen inszeniert hat, feiert im Theater im Pfalzbau eine umjubelte Premiere. Knapp zwei Stunden haben die 14 Schauspieler und die vier Musiker alles gegeben.

Missgünstige Schwestern

Sonny Malone (Yannick Toth), ein junger Künstler aus Los Angeles, hat ein Bild auf einen Gehweg gemalt, das die Musen der antiken Griechen zeigt. Aber eigentlich ist er lebensmüde. Am Santa Monica Pier sitzend, schreibt er einen Abschiedsbrief – und wirft ihn weg. Da erscheint ihm die Muse Clio (Cara Gurr), die er zuvor im Bild verewigt hat. Sie ist mit ihren Schwestern vom Olymp herabgestiegen, nennt sich nun Kira und trägt ein rosarotes Outfit. Kira will dem jungen Mann helfen, das Größte aller Meisterwerke zu erschaffen und dafür die nötigen Räume zu finden: Xanadu, eine Rollerdisco.

Hals über Kopf verliebt sich Sonny in Kira. Seine Lebensgeister sind neu erwacht. „I’m still alive“, erklingt der Soundtrack des Musicals, das Anfang der 1980-er Jahre spielt. Kira gelingt es, den Eigentümer eines heruntergekommen Theaters, Danny Maguire (Lars Gußmann), zu bezirzen, der sein Haus zur Verfügung stellt. Doch da sind noch Kiras, sprich Clios missgünstige Schwestern Melpomene (Nathalie Schadt) und Calliope (Lilli Maciejczyk), die sie mit einem Fluch belegen.

Originelles Stück

Schlussendlich aber triumphiert die Liebe. Der Fluch der Schwestern ist unwirksam. Clio blieb unverwundbar, weil sie Stulpen trug. Anders als Achill, dem die nackte Ferse zum Verhängnis wurde.

Xanadu ist ein originelles Stück mit etlichen Persiflagen. Die Gesangs- und Tanzbeiträge, darunter ein hinreisender Stepp-Tanz von Levi Tounkara und Lars Gußmann, und nicht zuletzt die Rollschuheinlagen, sind beeindruckend.

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