Kultur

Festival Freier Tanz im Delta am Theater Felina-Areal eröffnet

Auf feinen Flügeln

Archivartikel

„Wohin sie fliegen“ – dorthin will man folgen: Rebecca Häusler, Sarah Herr und Crystal Schüttler verwandeln sich selbst gleichsam in Kraniche, wie jene, die sinnbildlich an einem Origami-Papiervogel-Mobile über der Bühne des Mannheimer Theater Felina-Areal schweben.

Die drei Tänzerinnen (von Schüttler stammt auch die Choreographie) bestechen mit strahlender Harmonie wie auch in Momenten konkurrierender Entfaltung und einbrechender Weltlichkeit. Ihr Tanz atmet fernöstliche Mystik und Ästhetik, ist musikalisch wunderbar eingebettet – man ist bezaubert und hält fest: „Wohin sie fliegen“ ist ein berückender, in Form, Ausdruck und Ausführung brillanter Beitrag zum Auftakt des neunten Festivals Freier Tanz im Delta. Das Festival präsentiert an sechs Abenden Stücke von Choreographen aus dem Rhein-Neckar-Delta sowie mit der Region verbundenen Tanzschaffenden.

Stark und suggestiv

Sieben Premieren sind es am Eröffnungsabend, darunter mit „Inner Voice“ eine weitere ausnehmend starke Choreographie, für die Aki Kato verantwortlich zeichnet – vormals Solotänzerin am Mannheimer Nationaltheater, wo auch ihr Bühnenpartner Brian McNeal Ensemblemitglied war. McNeal glänzt am selben Abend zudem zusammen mit Veronika Kornova-Cardizzaro in Stefano Giannettis „Die Macht der Kunst“. Durchaus stark und suggestiv gerät „Der Kreis“ von und mit Tamara Pitzer und Piotr Tomczyk, während in „Psyche and Eros“ (Choreographie: Rafael Valdivieso) Saraï Patisson und Andre-AD-Lasseur ansprechend Breakdance und Voguing mit modernen und klassischen Tanzelementen verquicken.

Komplettiert wird das Ganze durch „Operation Unknown – Part 1“ (von Kirill Berezovski und Martijn Joling, Tanz: Amelia Eisen, Amy Pender, Kirill Berezovski, Martijn Joling) und „Seelenraum Kapitel 1“ (von und mit Barbara Weinmann/Barbara Zebinger). Wir erleben einen gelungenen, bisweilen herausragenden Auftakt, der Klasse und Vitalität der hiesigen Tanzszene zeigt und damit zugleich die Bedeutung eines Festivals unterstreicht, das dieser Kunstvielfalt ein Forum bietet.