Kultur

Italienische Nacht Konzert in Würzburger Residenz

Auf Flügeln des Belcanto entschwebt

Archivartikel

Das Philharmonische Orchester Würzburg mit Generalmusikdirektor (GMD) Enrico Calesso am Pult und die Gesangssolisten Akiho Tsujii (Sopran), Marzia Marzo (Mezzosopran) und Roberto Ortiz (Tenor) erfreuten bei der „Italienischen Nacht“ im Kaisersaal der Würzburger Residenz die Liebhaber des italienischen Belcanto mit zehn Arien und zwei Orchesterstücken aus Opern von Rossini, Donizetti, Bellini, Verdi und Puccini.

Für eine weitere Ausschüttung von Glückshormonen sorgte die kulinarische Abrundung mit einem Buffet im Gartensaal mit Lustwandeln bei Fackelschein in den Laubengängen des Hofgartens. Selbst der beim Mozartfest oft schwülwarme Kaisersaal überraschte mit einem lauwarmen Lüftchen, das auch auf der Bühne Gefallen fand.

Prickelnde Ouvertüre

Beim Auftakt mit der prickelnd und fulminant gespielten Ouvertüre aus Rossinis Oper „La scala di seta“ („Die seidene Leiter“) dominierten schwungvolle Dialoge zwischen Bläsern und Streichern. Mezzosopranistin Marzia Marzo glänzte mit der gefühlvollen Arie „Non più mesta“ aus Rossinis Oper „La Cenerentola“, mit der Angelina Fürst Don Ramiro um Verzeihung für ihren Vater und ihre Schwestern bittet. Ihren zweiten Auftritt hatte sie als Narina, die ein Brief ihres Geliebten Ernesto ratlos werden ließ („Quel guardo il cavaliere“ aus Donizettis Oper „Don Pasquale“).

Warmherzig und mit sattem Schmelz in der Stimme sang Roberto Ortiz die Romanze „Una furtiva lagrima“ („Eine verstohlene Träne“) aus Donizettis Oper „L‘elisir d‘amore“ („Der Liebestrank“). Bevor die Zuhörer endgültig von Gefühlen überwältigt zu werden drohten, sorgte das Orchester mit einem marschähnlichen „Marcia militare“ aus Donizettis Oper „Assedio di Calais“ („Die Belagerung von Calais“) für schwungvolle Dramatik. Das stimmlich und pantomimisch köstliche Duett „Lalala . . . Esulti pur la barbara“ zwischen dem eigentlich schüchternen Nemorino (Ortiz) und Adina (Tsujii) – wiederum aus Donizettis Liebestrank – war der ideale Türöffner zur Pausenbewirtung. Denn nach dem Genuss der vom Wunderdoktor Dulcamara als Liebeselixier deklarierten Flasche Bordeaux wusste Nemorino seine geliebte Adina für sich zu gewinnen. Nach einer weiteren Ouvertüre aus der Oper „Capuleti e Montecchi“ von Vincenzo Bellini erhöhte sich das Tempo des Belcanto-Streifzugs mit weiteren populären Arien von Bellini, Verdi und Puccini; alle drei wandlungsfähigen, die Facetten ihrer Stimmen voll ausreizenden Gesangssolisten bewegten sich zielsicher zwischen dramatischen Aufschwüngen und melancholischer Lyrik; etwa im Duett von Akiho Tsujii und Marzia Marzo mit „Vieni, ah! vieni, in me riposa“ aus „Capuleti e Montecchi“.

Ergreifend gesungen

Großen Jubel gab es nach der ergreifend von Akiho Tsujii gesungenen Arie „O mio babbino caro“ aus „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini und „Che gelida manina“ („Wie eiskalt ist dies Händchen“) aus „La Bohème“, die Tenor Roberto Ortiz gefühlvoll als Rudolfo sang, der zum ersten Mal die Hände der bildschönen, aber todkranken Mimi ergreift. Das neapolitanische Volkslied „O sole mio“ wurde gleich zweimal mit ironisch unterlegtem Gefühlsüberschwang von dem prächtig harmonierenden Gesangstrio als wohlklingend-funkelnde Zugabe präsentiert. Ausdrücklich bezogen die inzwischen längst stehend applaudierenden Zuhörer das Philharmonische Orchester mit ihrem Dirigenten in den großen Jubel ein.

„Save the date“ war dann die willkommene Ankündigung für die Neuauflage der beliebten Traditionsveranstaltung am 12. und 13. Juli 2019.. ferö