Kultur

Autokino Atlantisbetreiber hält Vorstellung für zu spät

Aufführung auch ohne Autos?

Archivartikel

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Mit dieser Karte erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Termine, Öffnungszeiten und weitere Angaben beruhen auf Informationen der Veranstalter. Standorte können insbesondere bei einer Darstellung in großem Maßstab von der Markierung auf der Karte abweichen, die Darstellung kann in unterschiedlichen Ansichten variieren. Alle Angaben ohne Gewähr.



Die jetzt schon und ab kommenden Montag noch intensiver greifenden Lockerungen der Verhaltensrichtlinien in der Corona-Krise könnten die Planungen eines Autokulturformates mit Kino, Pop, Comedy und Theater auf dem Mannheimer Maimarkt überholen. Dies zumindest ist die Ansicht des Mannheimer Kinoprogrammleiters Erdmann Lange von der Atlantis Filmtheaterbetriebsgesellschaft. „Zudem startet das Event nun wohl erst Ende Mai, Anfang Juni“, merkt Lange an, „dies halten wir für zu spät, denn zu diesem Zeitpunkt dürften auch erste Lockerungen für die Gastronomie und Kultur bereits greifen und wir vermutlich allmählich den regulären Betrieb wieder aufnehmen.“

Am Montag sagte Kai Kemper vom Veranstalter GO 7 dieser Redaktion, das Autokino-Projekt Carstival auf dem Maimarkt sei „startklar“: „Es kann am 25. Mai definitiv losgehen“, so Kemper, er habe „den Mietvertrag frisch unterzeichnet“. Laut Kemper soll der Vorverkauf am Samstag, 9. Mai, starten. Details wie die exakten Termine und wann es mit Filmen losgeht, sollen an diesem Freitag präsentiert werden.

Der Weg ist frei

Kemper wartet mit Künstlern wie Max Giesinger, Revolverheld, Sido, Alligatoah oder den Söhnen Mannheims (ohne Xavier Naidoo) auf und will auf dem Maimarkt auch großes Kino und, wie er im Gespräch mit der Redaktion verriet, vielleicht sogar Aufführungen des Nationaltheater Mannheim zeigen.

Derzeit gibt es in vielen Städten, unter anderem in Viernheim, längst ähnliche Formate, da herkömmliche Veranstaltungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden dürfen.

Unterdessen sorgte für leichte Verwirrung, dass ein Rathaussprecher am Dienstag sagte, es läge der Stadt noch gar kein Antrag auf Genehmigung des Carstivals vor. Am Donnerstagabend wiederum äußerte Mannheims Kommunikationschef Ralf Walther: „Zur Lage von Anträgen äußern wir uns nicht.“

Im Gespräch mit Kemper wurde hingegen deutlich, dass derzeit an einem Antrag gearbeitet werde, der ja alles – auch ein Sicherheitskonzept – beinhalten muss. „Die baurechtliche Prüfung hängt von den Aufbauten ab“, sagte Walther, die Stadtverwaltung werde „die Antragsteller unterstützen und gegebenenfalls entsprechend beraten“. Die Prüfung des Antrags werde „zügig und kurzfristig“ erfolgen.

Events auch für Radfahrer

Die Stadt Mannheim steht dem Projekt insgesamt „positiv gegenüber“, wie schon eine offizielle Pressemitteilung vom April verriet. Ein ähnliches für den Mannheimer Neuen Messplatz geplantes Event wurde mittlerweile aufgegeben. Im Stadtteil Neckarstadt-West/Herzogenried hatte sich Protest unter anderem wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung formiert.

Dem Durchführen auf dem Maimarkt steht nun nichts mehr im Weg. Auch dem Fachbereich Baurecht und Denkmalschutz liegen keinerlei Bürgeranliegen vor.

Indes hat Melis Sekmen, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, Formate auch „für Menschen ohne Autos“ gefordert. „Wir fordern ähnliche Angebote für Radfahrerinnen und Radfahrer und Fußgängerinnen und Fußgänger, die infektionssicher gestaltet werden“, so Sekmen.

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