Kultur

Kulturhauptstadt Rijeka und Galway starten ins Ehrenjahr

Auftakt mit Ed Sheeran und grellen Industrieklängen

Archivartikel

Mit Groß-Events, Pop-Konzerten und Partys haben sich die kroatische Adria-Stadt Rijeka und Galway an der Westküste Irlands als neue Europäische Kulturhauptstädte gefeiert. Ein Jahr lang wollen die beiden Küstenstädte internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Fulminant ging die ehemalige Fabriks- und Werftenmetropole Rijeka am Samstagabend ins Kulturhauptstadt-Jahr. Mehr als 200 Mitwirkende gestalteten die „Opera Industriale“, eine Komposition der Kroaten Josip Marsic und Zoran Medved. Das Werk erweckte den Sound der Industrie, die einst Rijeka groß gemacht hatte, und erinnerte an den rebellischen Punk-Rock, für den die Stadt früher auch bekannt war.

Orchester, wilde Sprechchöre, zwei Dutzend E-Gitarristen, zehn Trommler, Dampfhämmer, Schneidbrenner und Hunderte Zuschauer, die Kuhglocken in die Hand gedrückt bekamen, erzeugten eine beeindruckende Klangkulisse. Tänzer mimten Werftarbeiter. Die Funken der Schneidbrenner ließen einen Hafenkran wie einen brennenden Baum erscheinen. Vor dem abschließenden Feuerwerk ertönte das alte Partisanenlied „Bella Ciao“ in einer fetzigen Punk-Version.

Die Partisanen waren Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Besatzer im Zweiten Weltkrieg. Die 130 000-Einwohner-Stadt Rijeka ist stolz auf ihre antifaschistische Tradition. Im Kulturhauptstadt-Jahr will sie sich als weltoffene und tolerante Metropole präsentieren.

Hunderte von Veranstaltungen

2000 Kilometer entfernt widmete der britische Popsänger Ed Sheeran (Bild) dem ehemaligen irischen Fischerdorf Galway eine folkloristisch angehauchte Hymne: den Liebes-Song „Galway Girl“ über ein Mädchen, das in einer irischen Band Geige spielt. Bei den Eröffnungsfeiern mit Gauklern, Tänzern und Freudenfeuern lässt man sich Zeit. Sie finden bis zum 7. Februar an mehreren Orten statt und orientieren sich am keltischen Kalender.

In Galway widmen sich fast 2000 Veranstaltungen den Themen Sprache, Landschaft und Migration. Der Küstenort hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer vor allem bei Studenten beliebten Stadt mit 80 000 Einwohnern gemausert. Sie gilt als Hochburg traditioneller irischer Musik und ist für ihre Kunstszene bekannt. dpa (Bild: PA Wire/dpa)

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