Kultur

Berliner Theatertreffen Morgen beginnt das Schauspielfestival mit Frank Castorfs Inszenierung von Goethes „Faust“

Auftakt mit prägenden Geschichten

Archivartikel

Mit Frank Castorfs siebenstündiger Monumentalfassung von „Faust“ beginnt morgen Abend im Haus der Berliner Festspiele das 55. Theatertreffen. 18 Tage lang sind neben den von der Jury ausgewählten zehn „bemerkenswertesten“ Inszenierungen des deutschsprachigen Sprechtheaters an etlichen Berliner Spielstätten auch das Diskurs-Programm „TT Kontext“ sowie zahlreiche kostenlose Veranstaltungen zu erleben. Podiumsdiskussionen, Foyer-Übertragungen im Sony-Center, Autorenworkshops und der Theatertreffen-Blog runden das Geschehen auf Berlins Festspielbühnen ab.

„Vertraute Geschichten aus anderen Perspektiven heraus erzählen und das, was uns prägt, kritisch hinterfragen und reflektieren“, will das Theatertreffen auch im Jahre 2018 und ebenso „lebendiges, spielerisch kraftvolles Stadttheater“ zeigen, das auch diesmal allerdings kaum vertreten ist.

Prominenz auf der Bühne

Auftritte von Schauspielerstars wie Sophie Rois, Wiebke Puls, Joachim Meyerhoff oder Martin Wuttke versprechen allerdings hochkarätige wie tiefsinnige Unterhaltung. Erstmalig beim Berliner Theatertreffen eingeladen sind Anta Helena Recke („Mittelreich“, Münchner Kammerspiele) und Antú Romero Nunes („Die Odyssee“, Thalia Theater Hamburg).

Aus dem Deutschen Schauspielhaus – und somit der zweite „Besten-Beitrag“ aus Hamburg – kommt Falk Richters Inszenierung von Elfriede Jelineks „Am Königsweg“, das aktuell auch in einer gelungenen Inszenierung in Heidelberg zu sehen ist.

Als kulturpolitisches Zeichen gegen die bayerischen Possen um Matthias Lilienthal sind seine Münchner Kammerspiele gleich nochmals eingeladen: mit Christopher Rüpings „Trommeln in der Nacht“ in zwei Versionen – von und nach Bertolt Brecht.

Zweimal ist auch die Schweiz vertreten: mit Karin Henkels „Beute Frauen Krieg“ vom Schauspielhaus Zürich und Ulrich Rasches Basler „Woyzeck“ Inszenierung. Vom Wiener Burgtheater ist Jan Bosses „Die Welt im Rücken“ eingeladen. Mit Thomas Ostermeiers Bühnenversion des Didier Eribon Romans „Rückkehr nach Reims“ von der Schaubühne am Lehniner Platz ist auch Berlin zweimal vertreten.

Internationale Gäste

Der Stückemarkt des Berliner Theatertreffens sucht unter dem Titel „Geteilte Welt“ nach globalen Ungleichheiten. Überhaupt geht es 2018 recht international zu: Die Plattform Shifting Perspectives zeigt am 15. Mai sechs Gastspiele unter anderem aus Brasilien, Israel, Kenia und Singapur.