Kultur

Vorschau Filmtage des Mittelmeers ab 22. Januar

Außenseiter, die Freunde werden

Weil die Filmtage des Mittelmeeres in diesem Jahr erstmals zwölf Tage lang dauern, beginnt die 34. Ausgabe des beliebten Festivals bereits an einem Mittwoch. Zwischen 22. Januar und 2. Februar stehen im Heidelberger Karlstorkino 25 aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme aus den Anrainerstaaten des Mittelmeeres auf dem Programm. Diese werden wie üblich in der Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln gezeigt. Außerdem ist das Publikum erneut aufgefordert, durch Stimmabgabe seinen Lieblingsfilm zu ermitteln. Dieser läuft dann erneut in einer Sondervorstellung am 8. Februar um 19.30 Uhr.

Eröffnet wird die traditionsreiche Filmschau mit dem ägyptischen Film „Yomeddine“, dessen Titel „Tag des Jüngsten Gerichts“ bedeutet. Der aufgrund von Lepra-Narben gesellschaftlich stigmatisierte Beshkay hofft nämlich auf eine Gerechtigkeit jenseits des irdischen Lebens: „Ich bin nicht krank. Ich habe nur Narben, die nicht mehr verschwinden.“ Nach dem Tod seiner Frau verlässt er die Lepra-Kolonie, um zusammen mit einem kleinen nubischen Waisenjungen nach den Wurzeln seiner Herkunft zu suchen. Spielfilmdebütant Abu Bakr Shawky begleitet in seinem warmherzigen und sehr menschenfreundlichen Roadmovie zwei Außenseiter, die zu Freunden werden.

Suche nach Identität

Um die Suche nach Identität und einem selbstbestimmten Platz im Leben geht es auch in einigen anderen Filmen des reichhaltigen Programms. Mit Arbeiten von Nuri Bilge Ceylan, Abdellatif Kechiche, Marco Bellocchio und Pedro Costa präsentieren die Veranstalter vom Montpellier-Haus und vom Heidelberger Medienforum international renommierte Filmemacher. Daneben haben sie mit Julien Paolini („Amare Amoro“), Ömür Atay („Brothers“), Mohamed Siam („Amal“) und Robert Budina („Ein Licht zwischen den Wolken“) wieder verschiedene, hierzulande noch unbekannte Regisseure zu Gesprächen eingeladen. Außerdem feiern die Filmtage mit der Vorführung des Filmklassikers „La Strada“ den 100. Geburtstag des italienischen Meisterregisseurs Federico Fellini. Eine musikalische Fusion von Orient und Okzident unternimmt schließlich das Taboo Trio im Rahmenprogramm des Festivals.

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