Kultur

Nibelungen-Festspiele Autor beleuchtet Reformator

Bärfuss feilt an Luther

Archivartikel

Für sein Luther-Drama im Rahmen der Nibelungen-Festspiele in Worms schaut der Schweizer Lukas Bärfuss auch auf die unrühmlichen Seiten des Reformators. „Das war ein Mensch mit einem unglaublichen Aggressionspotenzial. Er konnte das auch nicht immer steuern. Das ist für die Bühne Herausforderung und Chance gleichzeitig“, sagte er am Montag in Berlin.

Der 48-Jährige, 2019 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, schreibt zum Luther-Jahr 2021 ein Stück über Martin Luther. Der hatte sich am 18. April 1521 vor dem Reichstag in Worms geweigert, seine Thesen zu widerrufen.

Positive Bilanz nach fünf Jahren

Zu Luthers Antisemitismus sagte Bärfuss, er sei dabei, für das Stück eine Haltung zu entwickeln. „Das ist natürlich eine der Seiten, die zu dieser Figur gehören.“ Das sei nicht einfach. Er konnte noch nicht sagen, wie er damit umgehen will, er sei „noch in einem kreativen Prozess“.

Intendant Nico Hofmann und der künstlerische Leiter, Thomas Laue, zogen eine positive Bilanz der vergangenen fünf Jahre. Hofmann ist seit 2015 verantwortlich für die Festspiele. Er sprach von einem „tollen Spannungsfeld, um etwas Neues zu kreieren“. dpa

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