Kultur

Geschichte Künstler sieht Jubiläumsfeiern kritisch

„Bauhaus beerdigen“

Viele Veranstaltungen erinnern 2019 an die Bauhaus-Gründung vor 100 Jahren – dem Theaterregisseur, Autor und Goldene-Zitronen-Sänger Schorsch Kamerun ist das nicht geheuer. Um es vor der „völligen Vereinnahmung“ zu schützen, müsse das Bauhaus „erst mal beerdigt werden, damit man es irgendwie überhaupt wieder nutzen kann“, sagte Kamerun (56) der Deutschen Presse-Agentur. Erst dann lasse sich wieder herausstellen, um welche Form neuen Denkens es bei der Kunst- und Architekturschule gehe: „Eine wichtige Gegenreaktion auf Militarismus, Preußentum und Normierung.“

In Weimar gegründet

Derzeit drohe ein Ausverkauf und eine rein museale Bedeutung, das Bauhaus scheine weltweit vermarktbar. An der Berliner Volksbühne will Kamerun das Bauhaus symbolisch zu Grabe tragen. „Das Bauhaus – Ein rettendes Requiem“ wird im Juni uraufgeführt. Das Bauhaus wurde 1919 von Architekt Walter Gropius in Weimar gegründet. Nach Umzügen nach Dessau und Berlin wurde es 1933 von den Nazis geschlossen. dpa