Kultur

Palatia Jazz I Die Kultband Incognito in Bad Dürkheim

Begeisternde Musik ohne Verfallsdatum

Archivartikel

Als Gründer und Gitarrist Jean-Paul Maunick Ende der 70er Jahre Incognito ins Leben rief, traf er genau den damaligen Musikgeschmack. Mit Funk, ein wenig Latin- und einem Schuss Jazz und Soul spielte sich die Londoner Band direkt in die Beine sehr vieler Zuhörer. Da man bei Incognito über die fast 40 Jahre und unter Einschluss der vielen Gaststars bis heute nie von einer festen Live-Besetzung ausgehen kann, ist die Band bei jedem Konzert eine kleine Überraschung. Und noch eines. Wer die Musik der britischen Band von alten CDs und Platten zu kennen glaubt, wird im Live-Auftritt in Erstaunen versetzt.

Es ist nicht ein neues, poliertes Programm, das diese Formation bei „Palatia Jazz“ in der Klosterruine Limburg bei Bad Dürkheim heuer präsentiert, denn die meisten Stücke haben tatsächlich hohen Wiedererkennungswert. Bei Incognito ist es dieser Mix aus teils komplexen Arrangements, tanzbaren Rhythmen, mehrstimmigem, souligem Gesang und vor allem viel Raum für offen gespielte Solo- und Kollektivimprovisationen aller Musiker, der begeistert.

Starke Einwürfe der Bläsersektion

Mit messerscharfen Bläser-Einwürfen und einer bestens harmonierenden Rhythmusabteilung von Schlagzeug, Perkussion, Bass, Gitarre und Keyboards legt die britische Band stets ihr musikalisches Fundament. Bis auf Gründer und Gitarrist Jean-Paul „Bluey“ Maunick spielt jeder aus der 12-köpfigen Band auch mehrere Chorusse, die den jeweiligen Stücken immer wieder einen neuen Charakter geben.

Ob Songs aus der langen Vergangenheit wie Stevie Wonders „Don’t You Worry ’Bout a Thing“ in der Incognito-Fassung von 1992 oder „Goodbye to Yesterday“ von 2012 mit dem deutschen Sänger Mo Brandis – ihr Repertoire bei Palatia Jazz ist ein musikalisch-genussvoller Streifzug durch die Pop-Jazz-Geschichte. Was die älteren Zuhörer bereits seit 1981 zum Tanzen brachte, setzt sich bis heute fort. Incognito ist seit 40 Jahren absolut jung geblieben und es ist ihren immer neuen, jungen Bandmitgliedern zu verdanken, wenn auch ihre Musik so frisch bleibt.