Kultur

Pop Sängerin Joana zu Gast im Mannheimer Ella & Louis

Bekenntnis zur Kurpfalz

Streng genommen ist sie keine Jazzsängerin. Und doch ist die mehrfach ausgezeichnete, bekennende Kurpfälzerin mit einer ziemlich langen Diskographie eine gerngesehene Besucherin bei der Jazz-Talk-Reihe „Jazz x persönlich“. Im Mannheimer Jazzclub Ella & Louis unter dem Rosengarten empfängt Gastgeber Thomas Siffling eine aufgeräumte Joana zu einem lockeren und kurzweiligen Bühnenplausch, unterbrochen von kurzen Gesangseinlagen.

Voll von Anekdoten

Man sieht und hört ihr das Alter nicht an. Mit klarer Stimme und guter Intonation trägt die mit dem Mannheimer Bloomaulorden 1994 geehrte Künstlerin Songs vor, deren herausragendes Element ihre Texte sind. Mal auf Hochdeutsch, mal auf Französisch und dann wieder auf Kurpfälzisch frönt sie ihrer Mehrsprachigkeit und vor allem ihrer Lyrik. Siffling hat bei den Gesprächen mit Joana leichtes Spiel. Einige Stichworte aus ihrem Leben reichen aus, um seinem multi-talentierten Gast jene Anekdoten zu entlocken, die selbst Joana-Fans vielleicht nicht kannten. Dabei wirkt sie völlig entspannt und souverän in Gespräch und Gesang. Zusammen mit Peter Grabinger, dessen Begleitspiel auf dem Flügel sich geschmeidig jedem Atemzug und jeder dramatischen Kunstpause zwischen den Strophen angleicht, gelingt es Joana, auch im musikalischen Teil ihr Publikum zu überzeugen. Bis auf „Mon Père Disait“, einem Chanson von Jacques Brel, stammt ihr Repertoire aus eigener Feder. Dabei ist ihr, neben dem Französischen, Regionalität wichtig.

Dass sie nie eine Goldene Schallplatte gewonnen hat, scheint Joana bei der großen Vielseitigkeit nicht weiter zu stören. Immerhin steht ihr nächstes Projekt bereits im Kalender: Lieder aus der Zeit der 1848er-Revolution. Auch wenn es kein Jazz ist, Joanas Songs und Stories sind sehr unterhaltsam. A.B.A.