Kultur

Benjamin Reiners schätzt Übersicht und Spontaneität

Daniel Barenboim ist für mich als jungen Dirigenten in vielerlei Hinsicht ein beeindruckendes Vorbild, auch wenn ich ihm bisher leider nicht persönlich begegnet bin. Meinen ersten Zugang zu Barenboim hatte ich als Jugendlicher über meine Begeisterung für die Cellistin Jacqueline du Pré, deren Geschichte und die hinreißenden gemeinsamen Aufnahmen mich faszinierten. Später kamen viele andere CDs dazu mit Barenboim als Dirigenten und auch als Pianisten. Ich finde es sehr bewundernswert, wie er parallel zu seiner Dirigierkarriere immer noch und immer wieder als Pianist konzertiert und sein instrumentales Niveau so hoch gehalten hat. An seinem Musizieren gefallen mir vor allem die große Übersicht und seine Spontaneität. Dass er sich über so viele Jahre an die Berliner Staatsoper gebunden hat und neben seiner internationalen Karriere dieses Haus langfristig geprägt hat, empfinde ich in der heutigen schnelllebigen Zeit als etwas ganz Besonderes. Ein genialer und leidenschaftlicher Musiker, der beweist, dass man als Musiker durchaus auch politisch und gesellschaftlich wirken und Einfluss nehmen kann und dass die verbindende Kraft von Musik nicht nur theoretisch ist. (Bild: Michel)

Benjamin Reiners ist Stellvertretender General- musikdirektor am Nationaltheater Mannheim.

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