Kultur

Oper Wiederaufnahme von Verdis „Rigoletto“ gelingt

Beseelte Stimmen

Archivartikel

Am Nationaltheater rundet sich das „Mannheimer Repertoire“. Giuseppe Verdis „Rigoletto“ in Alexander Schulins detailgenauer Inszenierung hat seit der Premiere 2006 nur 30 Vorstellungen erlebt; da dürfen gern noch ein paar Dutzend dazukommen.

Unter zahlreichen Rollendebütanten der gestandene Rigoletto des Jorge Lagunes, dessen farbenreicher Verdi-Bariton den Weg vom zynischen Hofnarren zum leidgeprüften Vater (packend die „Cortigiani“-Szene) ergreifend gestaltet. Seine unselige Tochter Gilda ist mit Nikola Hillebrand fraglos ideal besetzt. Ihre beseelte Silberstimme und ihr intensives Spiel von keuscher Liebe bis Todesmut – einfach wunderbar! Just im Ohrwurm „La donna è mobile“ unterliefen Juraj Holly zwei kleine Registerbruchstellen; ansonsten spielte und sang er einen Herzog aus Samt und Seide. Die einzige Arie, in der er echtes Gefühl zeigt, „Ella mi fu rapita“, geriet ihm schlicht vollendet.

Der finstere Auftragskiller Sparafucile und seine als Lockvogel fungierende Schwester Maddalena waren bei Sung Ha und Julia Faylenbogen in besten Händen. Mit viel Augenmaß besetzt die Nebenrollen (zum Teil noch dem Opernstudio angehörig), die mit dem von Dani Juris perfekt vorbereiteten Herrenchor das Gefolge am heruntergekommenen Hof von Mantua darstellen. Benjamin Reiners und das Nationaltheaterorchester stürzten sich mit Schwung und Begeisterung in die ein paar Jährchen entbehrte Verdi-Partitur und ernteten reichen Beifall – wie auch die Bühnenhelden. W.B.