Kultur

Silvesterkonzert Festliche Werke in Würzburg

Besinnliches und Heiteres

Archivartikel

Alljährlich bietet die Würzburger St. Johanniskirche ein festliches Silvesterkonzert, das mit unterhaltsamer Barockmusik das Jahr erfrischend ausklingen lässt. Dazu eignen sich besonders gut munter dahinplätschernde Concerti grossi und diverse Solokonzerte, die vor allem in den langsamen Sätzen zur Besinnlichkeit neigen, ansonsten Heiterkeit ausstrahlen.

Als Höhepunkt der Programmfolge hätte man noch einen Bach erwartet, der mit seiner genialen Größe dem Konzert eine stärkere Note aufgedrückt hätte. Drei Solokonzerte bildeten die Mitte, umrahmt von den Concerti grossi des Arcangelo Corelli und Francesco Geminiani. Matthias Querbach, der vom Cembalo aus die musikalischen Ausführungen betreute, hatte für die Solokonzerte akkurat spielende Künstler gewonnen, so ganz nach barocker Manier.

Im Concerto für Flöte und Orchester g-Moll von Antonio Vivaldi brillierte RoseMarie Kurz, im Concerto für Violine und Orchester D-Dur op.3/9 von Vivaldi musizierte mit Temperament und Feinschliff die Geigerin Carolina Ehret und strahlend hat Johannes Wolpold das Concerto für Trompete und Orchester C-Dur op.5/3 von Georg Philipp Telemann geblasen.

Für die Lebhaftigkeit der Ecksätze sorgten neben den heiteren Spielfiguren die schnellen Tempi, die überdies die dargebotenen Kompositionen zu einer wahren Kurzweil werden ließen. Die Präzision und Virtuosität der Musiker bestach, bewegte sich jenseits aller vordergründigen Schwelgerei und Sentimentalität, welche diese spielfreudigen Konzerte erst gar nicht zulassen. Die ständige Wechselhaftigkeit zwischen der Nachahmung einzelner Motivgruppen und dem freundschaftlich wettstreitenden Miteinander verliehen dem sorgfältig agierenden Bachorchester eine besondere Duftnote, routiniert aber nicht ohne Herzblut.

Verglichen jedoch mit späteren barocken Werken scheinen viele Instrumentalkonzerte jener Zeit bezüglich Tiefgang ungenügend zu befriedigen. Klaus Linsenmeyer