Kultur

Klassik Stipendiatinnen spielen in den Mannheimer REM

Bezaubernde Klänge

Was tun, wenn die Literatur an Stücken für ein spezielles Besetzungsformat begrenzt ist? Die jungen Musikerinnen Hanna Elisabeth Rabe (Harfe) und Verena Beatrix Schulte (Flöte) haben aus der Not eine Tugend gemacht und spielen auch Bearbeitungen. Und diese so schön, dass sie wie Originale klingen.

Zum Beispiel das berühmte „Prélude à l’après-midi d’un faune“ von Claude Debussy (in kongenialer Bearbeitung der Harfenistin Judy Loman), mit dem sie imaginative Bilder und sehr schöne Klangmuster zaubern. Dass Debussy die Querflöte besonders schön einzusetzen wusste, hat er ja schon mit seinem Solostück „Syrinx“ bewiesen. Also, das passt.

Feinste Nuancen und Stimmungen

Das Duo, das sich selbstbewusst Queens nennt, hat die Sonate „Arpeggione“ von Franz Schubert arrangiert. Auch das wirkt stimmig, obwohl den sechssaitigen Arpeggione, ein Zwitter aus Gitarre und Cello, kaum jemals jemand zu Gehör bekommen hat. Aber das Stück berührt die Seele, man kennt es in der Besetzung Cello (oder Bratsche) und Klavier. Im Kopfsatz nehmen die beiden die Spielvorschrift „moderato“ ernst, sie gibt ihnen Raum, ihren Instrumenten sowohl delikate Klangnuancen als auch variable Stimmungen zu entlocken. Der edle Flötengesang im Adagio und der beschwingte Duktus des Finales runden zudem die Interpretation harmonisch ab.

Natürlich gibt es auch Originelles: Die Fantasie von Camille Saint-Saëns gefällt im flüssigen Zusammenspiel mit musikalischem Charme. Eine feine Matinee, veranstaltet von den Mannheimer PE-Förderungen für ihre ausgezeichneten Stipendiatinnen, die im Florian-Waldeck-Saal der Reiss-Engelhorn-Museen (REM) mit „Entr’acte“ von Jacques Ibert als Zugabe dankten.