Kultur

Kino Das Mannheimer Cinema Quadrat veranstaltet zum 25. Mal die Schwulen Filmtage und beleuchtet mit sieben Beiträgen auch Militär, Sport und Nachtleben

Beziehungen, die auch baden gehen können

Archivartikel

Sich tolerant und aufgeschlossen gegenüber Homosexuellen und ihrer Lebensweise zu zeigen, gehört längst zum guten gesellschaftlichen Ton westlicher Zivilisation. Dass es deshalb keine Probleme, Ablehnung oder Benachteiligung mehr gibt, ist allerdings ein Trugschluss. Seit den 1990er Jahren veranstaltet das Cinema Quadrat eine queere Filmwoche, die mit unterschiedlichsten Beiträgen auf Belange und Biografien der stets bunter werdenden Community hinweist.

Vom 6. bis 12. Februar steht nun schon die 25. Auflage der Schwulen Filmtage an, 2020 erstmals in den neuen Räumen in K 1,2. Fanden sie anfangs noch unregelmäßig statt, hat sich der Februar seit langem als wichtiger Termin in der queeren Szene der Metropolregion etabliert.

Weit verbreitete Homophobie

Konzentriert in einer Woche zeigt das Kino in einem sorgfältig kuratierten Programm nach eigener Aussage selbstbewusst „das Beste des weltweiten schwulen Filmschaffens“. Der filmische Blick in die Welt ist besonders geboten, denn Homophobie ist in vielen Ländern eben buchstäblich oft noch grenzenlos. Los geht es daher am Donnerstag, 6. Februar, nach einer Ansprache des städtischen LSBTI-Beauftragten Sören Landmann mit dem Film „Als wir tanzten“, einem vielschichtigen Drama, das in der von starker Maskulinität geprägten Volkstanzszene Georgiens spielt, in der zumindest offiziell kein Platz für schwule Beziehungen ist.

In die subkulturelle Sex-Drogen- und-Punk-Abenteuer des mexikanischen Nachtlebens der 1980er Jahre entführt am 6. und 12. Februar „This ist not Berlin“. Auch in einem Musikcorps des südafrikanischen Militärs ist es in den 1980ern – trotz hymnischer Klänge von Depeche Mode und Boy George – als schwuler Mann nicht allzu unterhaltsam, wie der Film „Kanarie“ (8. und 12. Februar) zeigt. Die Entdeckung einer Jahrzehnte überschreitenden Liebe in Barcelona feiert der argentinische Beitrag „End of the Century“ (8. und 11. Februar).

Der Humor kommt freilich auch diesmal nicht zu kurz: Zum Training des schwulen französischen Wasserballteams „Die glitzernden Garnelen“ (7. und 9. Februar) wird ein markiger heterosexueller Schwimmweltmeister verdonnert. Buße tun und PR-Schaden abwenden soll er, denn er war durch homophobe Bemerkungen in die Kritik geraten.

Um eine Affäre unter Schwimmern dreht sich auch das kanadische Highschool-Drama „Giant Little Ones“. An einer realen Mordserie in der Berliner Schwulenszene orientiert sich „Darkroom – Tödliche Tropfen“. Zur Vorführung des neuesten Films des Queer-Filmers Rosa von Praunheim, ist am 10. Februar, Hauptdarsteller Heiner Bomhard im Cinema Quadrat zu Gast.

Info: Mehr zu den Schwulen Filmtagen: cinema-quadrat.de

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