Kultur

„Bildungsprojekt für die Zuhörer“

Barbara Baun, Leiterin des Kirchheimer Liedersommers, über die Arbeit mit Schülern

Frau Baun, Sie lassen Texte von Gymnasiasten durch einen professionellen Komponisten vertonen. Was kommt da heraus?

Barbara Baun: Es ist erstaunlich, wie stark die Komponisten von den Schülertexten inspiriert werden. Sie versetzen sich da so hinein, dass eine eigene Verbindung zum Text entsteht. Was musikalisch herauskommt, ist wiederum für die Schüler eine so große Überraschung, dass sie ihren eigenen Text ganz neu sehen. Und die Studierenden müssen ihre Arbeit an den Mann bringen – ein Weg, den sie später hoffentlich weiter beschreiten.

Ist das also auch ein Bildungsprojekt?

Baun: Eindeutig ja. Zuallererst will ich die Faszination und die Aktualität des Kunstlieds vermitteln. Ob wir Lieder des klassischen Repertoires hören oder neu komponierte Lieder – die Inhalte berühren uns gleichermaßen. Ein Bildungsprojekt ist es nicht zuletzt auch für die Zuhörer: Durch ein originelles Konzept ist es möglich, ein normales Publikum zum Lied und zur Neuen Musik zu locken und dafür zu begeistern.

Im Grunde machen Sie etwas Ähnliches wie Thomas Hampson beim Heidelberger Frühling …

Baun: Die Konzeption des Heidelberger Frühlings wird immer lebendiger und offener. Nur muss man aufpassen, dass drumherum die Veranstalter das Thema Lied nicht abgeben an die großen Festivals. Kleinere Veranstalter können – wie wir – genauso innovative und professionelle Programme anbieten, die gerade auch in der ländlichen Region ihr Publikum finden. 

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