Kultur

Schauspiel Saarbrücken bietet ungewöhnliches Theaterprojekt

Blick ins Jenseits

Wie geht es nach dem Tod weiter? Um diese Frage geht es im Theaterprojekt „Game Over“ (Das Spiel ist aus), das am Freitag, 17. Mai, in der Alten Feuerwache des Saarländischen Staatstheaters in Saarbrücken uraufgeführt wird. Die Besucher werden mit folgenden Worten begrüßt: „Herzlich willkommen. Ich sehe hier, Sie sind vor knapp zwei Stunden in Ihrem Badezimmer auf der Seife ausgerutscht und samt elektrischem Haartrockner in die noch randvolle Badewanne gefallen? Miese Art abzutreten … mein Mitgefühl. Aber jetzt sind Sie ja da!“.

Das interaktive Stück des Theaterkollektivs Prinzip Gonzo aus Berlin sei „so etwas wie ein groß angelegtes Gesellschaftsspiel, wobei jeder Teilnehmer ein eigener Spieler ist“, sagte die Sprecherin des Theaters. Denn im Stück könnten die Zuschauer im „Großen Amt für Jenseitige Analyse“ ihre persönliche Zukunft im Jenseits mit bestimmen.

Dazu stellten die Macher jedem Mitspieler ein Handy zur Verfügung, mit dem er sich individuell durchs Spiel navigieren könne. Gesprochen werde kein Wort. Pro Runde könnten 35 Zuschauer zwischen insgesamt sieben Wegen wählen. „Game Over“ sei die erste von zwei Produktionen, die im Rahmen einer zweijährigen Kooperation „The End“ zwischen dem Staatstheater Saarbrücken, dem Théâtre de la Manufacture in Nancy und Prinzip Gonzo entstanden sei, hieß es.

„Innovative“ Aufführung

„Game Over“ sei wohl das ungewöhnlichste Spiel auf einer Bühne in dieser Spielzeit, teilte das Theater mit. Es schaffe „eine innovative Verschmelzung von theatralem Erlebnis, begehbarer Installation, Gesellschaftsspiel und Exit-Game, in welcher sich die Besucher in einmaliger Weise durch eine Welt nach dem Tod bewegen und darin interagieren können“. „Game Over“ wird im Herbst auch in Nancy gespielt. Der zweite Teil von „The End“ soll 2020 in Nancy herauskommen und im Herbst 2020 in Saarbrücken gastieren. dpa/gespi