Kultur

Konzert Das Giora Feidman Sextett gastierte in der Würzburger Johanniskirche / Alle Grenzen überwunden

Botschafter der Einheit und des Friedens

Wie funktioniert gelebte Völkerverständigung und die Botschaft von Einheit und Frieden? Ganz einfach: Man versammelt drei Juden und drei Moslems in einer christlichen Kirche, und präsentiert dem anwesenden, bunt gemischten Publikum ein grandioses Konzert. So geschehen am Freitag in der Evangelischen St. Johanniskirche.

Viele Besucher

Im Rahmen der „Klezmer for Peace“ Tour gastierte das Giora Feidman Sextett in Würzburg, und begeisterte die rund 570 Besucher mit einem bunten und abwechslungsreichen Programm.

Das aus den Musikern Giora Feidman, Hila Ofek, Andre Tsirlin, Murat Coskun, Gürkan Balkan und Muhittin Kemal Temel bestehende Sextett präsentierte ein gut zweistündiges Programm, in dem es ihm gelingt, durch die Musik die Grenzen von Religionen, Nationalitäten und Generationen zu überwinden.

Die Musik der sechs Solisten unterschiedlichster Herkunft verschmilzt an diesem Abend in der St. Johanniskirche zu einem großen, harmonischen Ganzen. Arabische und türkische Motive vermischen sich mit jüdischem Klezmer, mit spanischen, israelischen und palästinensischen Einflüssen, in dieser einmalig mitreißenden Darbietung.

Die klare Botschaft von Giora Feidmans Projekt „Klezmer for Peace“ kommt an beim begeisterten Publikum. Das Charisma des mittlerweile 83-Jährigen Giora Feidman fasziniert die Menschen auch an diesem Abend in der Johanniskirche, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie lauthals mitsingen, als der Maestro sie dazu auffordert. Bei „Donna Donna“ oder „Shalom Chaverim“ springt der Funke zwischen den Künstlern auf der Bühne und dem Publikum über, und man findet sich plötzlich mittendrin im Projekt „Klezmer For Peace“.

Ohne Starallüren

Trotz hoher Auszeichnungen und nach mehr als 56 Aufnahmen und zahlreichen Programmen präsentiert sich Giora Feidman, der unter anderem auch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ musikalisch untermalte, an diesem Abend publikumsnah und ohne jegliche Starallüren.

Der wohl bekannteste Instrumentalist jenseits des Pop und Brückenbauer für die Verständigung zwischen den Religionen gibt zwanglos Autogramme und hält das ein oder andere Pläuschchen mit seinen Fans.

Das Giora Feidman Sextett schafft es, Jung und Alt zu begeistern, und so verlässt das Publikum an diesem Abend summend und singend die St. Johanniskirche, und selbst auf der Straße hört man noch den einen oder anderen Zuhörer manchen Ohrwurm des Abends zum Besten geben. Anke Vogel