Kultur

Pop Teesy bringt Optimismus in die Alte Feuerwache

Botschafter des Glücks

Man hat sich mittlerweile ja fast schon daran gewöhnt: Martialische Beats umarmen Zeilen mit epischem Imponiergehabe zwischen Rudelbums und Banküberfall, um sich im grellen Scheinwerferlicht zu dem zu vereinen, was wir zeitgenössisch-erfolgreichen Rap nennen. Wenn da einer wie Teesy die Szene aufmischt, um mit Enthusiasmus für gute Laune zu sorgen, wo die Welt sonst zuverlässig Schwarz gemalt wird, ist das auch in der Alten Feuerwache Mannheim erst einmal ebenso ungewöhnlich wie faszinierend.

Doch die Philosophie des 26-Jährigen hat Prinzip: „Lasst mal euer Handy stecken, die Gedanken frei und genießt das hier“, ruft Teesy seinen Fans entgegen – und feuert damit weit mehr als eine längst bekannte Plattitüde ab. Denn wer in einer Szene, der es meist doch vor allem um größtmögliche Aufmerksamkeit geht, vornehm zurücknimmt, muss dafür seine Gründe haben, und die gibt es.

Reggae- und Soul-Anklänge

Es ist die Einsicht, dass nicht der verbissene Kampf gegeneinander, sondern die Einheit füreinander das Bindeglied einer Community werden muss, in der lange genug die großen Rudelkämpfe geführt wurden. Zwar hat auch Teesy für seine Fans keine Glücksrezepte parat und macht auf seiner Tour auch keinen Hehl daraus, dass die dunklen Zeiten von Trennung und Melancholie das Leben nicht weniger zieren, als die erhebenden Momente. Doch präsentiert er sich als Leuchtturm eines Optimismus, für den er allen Anlass sieht – seine Musik zuvorderst.

Statt dröhnendem Bass zieren gediegene Reggae- und unerhört soulige Soundstafetten die Szenerie, die hier und da immer wieder auch in Jazz und R&B abkippen und dabei auch offenbaren, dass der junge Gipfelstürmer seines Genres nicht nur ein mutiger Erneuerer seiner eigenen Zunft, sondern vor allem ein lebendiger Botschafter des musikalischen Glücks ist. Und das gibt es stellenweise auch hautnah zu erleben. Als Teesy jedenfalls bittet, in der Mitte doch einen Halbkreis zu formen, damit er, der junge Senkrechtstarter, all jenen nahe sein könne, die ihn groß gemacht haben, ist da eine Prise Romantik spürbar, und das in einem Hip-Hop, der sich mutiger nicht zeigen könnte. Respekt.