Kultur

Literatur regional Maler Barber recherchiert zur Nicht-Farbe

Buch über das Schwarz geschrieben

Archivartikel

Gibt es schwarze Tage? Glücklich derjenige, bei dem nur der Morgenkaffee schwarz ist. Schwarz ist in unserem Leben, unserer Sprache fest verankert, aber als was? Schlimm oder schön? Der Maler Wilfried Georg Barber, der mit seinem Atelier in Limbach/Odenwald ein Kulturzentrum etablierte, hat über die Farbe nachgedacht, die auch als Nicht-Farbe gilt (wie Weiß), die aber ihn und seine Kollegen seit jeher beschäftigt. Und weil Barber stets auch schriftlich über sein Tun nachdenkt, ist wieder ein feines, kleines Buch daraus entstanden. Barber ist nicht nur jemand, der Schwarz mit dem Pinsel verbreitet, sondern ein gelernter Vertreter der Schwarzen Kunst – der Druckkunst. Innerhalb der Reihe seiner selbst gestalteten und edierten Folio Editionen ist „Schwarz Malerei“ die jüngste Publikation. Das postkartengroße Buch liegt griffig in der Hand, es ist sorgfältig und stabil ausgestattet und stellt mit fantasievollen Einsprengseln im Satzspiegel ein bewusst gestaltetes Gesamtkunstwerk dar.

Zahlreiche Beispiele

Barber holt weit aus, sammelt Beispiele in Redewendungen und Gesellschaft, in Mode, Politik, Natur und gar Küche (Kaviar, Schwarzwurzeln …), um die Bedeutung der Farbe in der Kunst und speziell für die eigene Palette zu schildern. Dass es verschiedene Pigmente gibt und Schwarz alles andere als nur undurchdringlich ist, erfährt man fast schon zu Beginn. Schwarz sei für ihn alles andere als die Farbe der Depression, vielmehr die der Verdichtung und Konzentration – eine Forderung auch an den Betrachter.

Wie sehr er von den Möglichkeiten des Schwarz angetan ist, beweist Barber, indem er seine Entwicklung Revue passieren lässt, von den Anfängen als Schriftsetzer bis hin zu den freien, rhythmisch-dynamischen Werken, die er bis heute hervorbringt. Den Zugang zur expressiven Gestik errang er in den späten 1990er Jahren im Mannheimer Atelier, beeinflusst durch Musik. Schwarz, so lässt sich anhand der Reproduktionen verfolgen, spielt dabei mehr als nur die Rolle des Kontrasts zum Licht und zu den Grundfarben – es ist Geheimnis, ist die Präsenz des Sichtbaren schlechthin und zugleich des Nicht-mehr-Erkennbaren: die Basis der Malerei. hey