Kultur

Comedy Christian Habekost eröffnet das renovierte Capitol

Chako sagt lieber laut Servus

Archivartikel

Sanierung, Renovierung, Umbau? Von allem etwas und die Synthese ist gelungen. Das Publikum wird weiter mit großem Vergnügen ins Mannheimer Capitol gehen, um von Kleinkunst bis Musical niveauvolle Angebote zu genießen. Rund eine Million Euro wurden verbaut, fertig ist noch nicht alles, aber spielfähig ist der außergewöhnliche Tempel auf jeden Fall. Christian „Chako“ Habekost, Mannheimer Dauerbrenner, machte den Auftakt mit „De Weeschwie’sch-Män“.

Stolze 120 Mal hat er diesen Kurpfälzer Gassenhauer gespielt, am Freitagabend zum letzten Mal, denn schon hat er was Neues konzipiert: „De edle Wilde“, alle sind gespannt, zumal er wie immer ohne Gagschreiber auskommt. Zur Verdeutlichung: Doktor Habekost textet persönlich, lässt alles aus eigener Feder fließen.

Spöttische Querbezüge

Sag’ zum Abschied leise Servus? Das ist nicht das Ding dieses Komödianten, der eintaucht ins hiesige Lebensgefühl. Das scheint ihm zuerst von Hunger und Durst bestimmt. Hunger auf hiesige Lebensart, war doch schon der liebe Gott ein Kurpfälzer, und Durst ganz unverblümt auf jenes Lebenselixier, das möglichst unverdünnt durch unsere Kehlen rinnt. „D’Woi“ auf Hochdeutsch auch „Wein“ genannt.

Darum rankt Habekost allerlei Geschichten und spöttische Querbezüge, wandert von gefüllten Saumägen bis hin politischer Korrektheit, die es ihm verbietet, ein so bekräftigendes Wort wie „Alla“ in den Mund zu nehmen. Ist ihm aber doch entschlüpft zum Ergötzen seiner Fans, die ihn einfach lieb haben.

Im zweiten Programmteil, insgesamt entließ er sein Publikum erst nach drei Stunden aus dem Saal, mimt er den irritierten Alten, der an den raffinierten Techniken modernster Toilettenanlagen scheitert. Da landet er weitere Lacherfolge, denn er ist nicht der Einzige, der mit den Tücken solcher sensorisch reagierender Einrichtungen kämpft.