Kultur

Schauspiel In Frankfurt feiert „Durchboxen“ Premiere

Charly Graf überzeugt

„Charly Graf, Charly Graf!“ feuert das Publikum im Frankfurter Gallus-Theater den berühmt-berüchtigten Schwergewichtsboxer (Bild) an – auch wenn dieser außerhalb des Seil-Karrees im Dunkeln sitzt und für ihn ein halb so alter Trainer (Chris Celetaria) tänzelnd Treffer landet. Der Sensationskampf von 1985, als der aus Mannheims Benz-Baracken stammende „braune Bomber“ den Favoriten Reiner Hartmann überraschend besiegt, bewegt die Zuschauer: Weil es nicht nur um den Meisterschaftstitel, sondern um Triumphe nach Lebens-Niederlagen geht.

Das vom „Theater Prozess“ umgesetzte Projekt „Durchboxen“ (wir berichteten) bekommt bei der Premiere am Donnerstagabend viel Applaus – vor allem deshalb, weil Regisseur und Autor Ulrich Meckler die vier realen Überlebenskämpfe als Mischung aus Bühnentheatralik und Dokumentation in Szene gesetzt hat und sich Akteure mit unterschiedlichen Kompetenzen ergänzen: Boxer des Gallus-Camps und Profi-Schauspieler. Der einstige „Ali vom Waldhof“ mit den heute noch muskulösen Oberarmen spielt sich selbst. Und gerade weil Charly Graf dabei manchmal etwas hilflos wirkt, kommt er wunderbar authentisch, ja berührend rüber. Im Frühjahr 2020 soll es in Mannheim „Durchboxen“-Gastspiele geben. wam (Bild: Scholl)

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