Kultur

Adelante Festival überzeugt mit Performance aus Ecuador

Charmante Trauerfeier

Unaufgeregt und seelenvoll ist sie, die „Trauerfeier für die Idee des Menschen“ (Funeral para la idéa de un hombre), mit der Javier Díaz Dalannais im Rahmen des iberoamerikanischen Festivals Adelante vier Performer aus Mexiko, Ecuador und Argentinien auf die Bühne des Alten Saals führte. Der Anlass ist ein trauriger: ein pathetischer Abschiedsmonolog vor einem Gruppenselbstmord. Ganz buchstäblich knipst sich das Quartett am Ende das Licht aus. Doch so lange noch das Lämpchen glüht, freut man sich des Lebens – im Performance-Format.

Zirkus der Melancholie

Nicht weniger als Zweifel am Erfolg des „Bio-Projekts Mensch“ hat Dalannais und lässt durch Alejandra Juarez Aguillar, Javier Alejandro Perez Cajiao Oviedo und Juan Lautaro Veneziale einen berührenden Zirkus der kleinen Gesten entstehen, der dennoch zum großen Welttheater wird. Was sind, was erwarten, was werden wir? Auf Lehmziegeln balancieren sie, tanzen im Sand oder brüllen in Techno-Ekstase „Euer Paradies kann mich mal!“ Eine kleine rote Kugel leuchtet final in den einsamen Lehm-Männchen, die sie hinterlassen: Clownsnase und Herz in einem. Folglich tobt auch der Applaus fröhlich und herzlich. rcl

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