Kultur

Berliner Schaubühne Tournee nach Eklat abgebrochen

China schickt Akteure heim

Nachdem ihr Stück „Ein Volksfeind“ in China eine heftige Debatte ausgelöst hat, muss die Berliner Schaubühne ihre Tournee in der Volksrepublik vorzeitig beenden. Tobias Veit, Direktor der Schaubühne, bestätigte gestern, dass die übrigen zwei Vorstellungen in der ostchinesischen Stadt Nanjing nicht stattfinden werden, weil das dortige Theater eine Absage erteilt habe.

Als offizielle Begründung wurden demnach „technische Probleme“ angegeben. Die Berliner gehen jedoch davon aus, dass Zensur der eigentliche Grund für das vorzeitige Ende der Tournee ist. Erste Einschränkungen mussten die Schauspieler so schon nach ihrer ersten Vorführung in Peking vergangene Woche hinnehmen.

Bundesregierung äußert Bedauern

Die Bundesregierung bedauert den Abbruch der Tournee. Die deutsche Botschaft habe dies auch im chinesischen Kulturministerium zum Ausdruck gebracht, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts gestern. Deutschland setze sich für kulturelle Vielfalt und Entfaltung auch im Ausland ein. Manches in China sehe die Bundesregierung kritisch: „Deshalb bedauern wir, dass es zu dieser Absage nun gekommen ist.“