Kultur

Klassik Morten Lauridsen tritt in Mannheimer Gymnasium auf

Chorgesang mit Solisten aus 14 Staaten

Archivartikel

Der amerikanische Komponist Morten Lauridsen gehört in den Vereinigten Staaten und auch in Europa zu den Bestsellern der Chorliteratur. Der Chamber Choir of Europe hat nun einen repräsentativen Querschnitt durch seine Vokalmusik aufgenommen. Beim Konzert im Mannheimer Karl-Friedrich-Gymnasium präsentierte der Chor unter der Leitung seines Dirigenten Nicol Matt ein Programm mit Auszügen aus der neuen CD – mit Morten Lauridsen persönlich am Klavier.

Lauridsens Chorwerke sind nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sie gut singbar sind. Viele der neo-impressionistischen Stücke sind großflächig komponiert, das Notenmaterial bietet selten Leseprobleme. Die Schwierigkeit liegt an anderer Stelle: Für die meist unaufgeregte, eindringlich-mystische Musik braucht es eine hervorragende Intonation, punktgenaue Artikulation und – vor allem – sehr schöne Stimmen. All dies erfüllt der Chamber Choir of Europe bis zur Perfektion. Die Solisten aus 14 Ländern ergeben zusammen einen einzigartigen Klang, den Nicol Matts Dirigat ganz natürlich entstehen, sich großartig entfalten und durch den Raum gleiten lässt. Seine Anweisungen sind klar und präzise, dabei wohltuend unautoritär.

Kristallklarer Sopran

Weniger bekannte Stücke sind dabei, wie zwei Madrigale, denen italienische Renaissance-Gedichte zugrunde liegen, aber auch Dauerbrenner wie „O nata lux“, der dritte Satz aus dem Quasi-Requiem „Lux aeterna“. Natürlich darf auch der beliebte Weihnachtshymnus „O Magnum Mysterium“ nicht fehlen. Der Chor besticht mit Präsenz und einnehmender Vitalität, mystisch-sanfte Klänge wechseln mit strahlenden Höhepunkten, in denen der kristallklare Sopran zur Geltung kommt.

Für das letzte Stück – „Dirait-on“ nach einem Text von Rilke – bittet Nicol Matt die Teilnehmer der Probensitzung, die am Nachmittag stattfand, auf die Bühne. Das Resultat spricht einmal mehr für den Dirigenten, der in kürzester Zeit einen runden Chorklang mit doppelt so vielen Sängern erarbeitete. Auch die Zugabe, eine Wiederholung des Nocturnes „Sure On This Shining Night“ in „großer“ Besetzung, lässt keine Wünsche offen. „Sie sollten stolz sein auf diesen unglaublichen Chor“, sagt Morten Lauridsen, zum Publikum gewandt. Mit Recht. kako