Kultur

Comedy Heinz Gröning überzeugt im Schatzkistl

Da spricht ein echter Optimist

„Hallo, ich bin der -einzz, der unglaubliche -einzz!“ Niemand kann seinen Namen so unterdrückt hinhauchen, wie Heinz Gröning. Und spätestens nach dieser köstlich mimischen Vorstellung und dem wortgewandt ausgeschmückten „Danke für euren Eintritt“ ahnt jeder Besucher in Mannheims Schatzkistl, was auf ihn zukommt: ein genüsslicher Abend mit einem virtuosen Wortakrobaten und unverbesserlichen Song-Dadaisten.

„Jammern gilt nicht“ heißt das neue Programm, in dem der Komiker, Musiker und Moderator aus dem Rheinland seinen unerschütterlichen Optimismus zur Schau stellt. Dabei beruft er sich gerne auf die weisen Sprüche von Konfuzius oder Laotse und bemerkt beschwichtigend: „Vergesst die Alltagssorgen, auch wenn sie neben euch sitzen.“ Das ist leicht gesagt, vor allem, wenn laut Heinz die regierenden Weltpolitiker mit ihrer Mischung aus Fake News, paranoiden Denkweisen und kompletter Inkompetenz eine existenzielle Bedrohung darstellen. „Kein Mensch ist so wichtig, wie er sich nimmt“, zitiert der philosophiebegeisterte Komiker Immanuel Kant und denkt darüber nach, was er tun würde, wenn er in der Politik bestimmen könnte.

„Sag ja zum Leben“

„Heinz, laber nicht rum und hol lieber die Gitarre“, meldet sich seine innere Stimme, und schon begeistert er mit Variationen über den Schlachtruf „Wir haben Hunger, Hunger“, improvisiert ein Lied für Mannheim oder animiert seine Fans, den isländischen Europameisterschaft-Song mitzusingen: „Hey, ho, hu-rra!“ Und wenn er als studierter Mediziner, der in der Pathologie gelandet ist, selbst noch ernsthaften Themen etwas Humorvolles abringen kann, dann glaubt ihm das lachende Publikum seinen Optimismus und singt die Refrains seiner Songs gerne mit: „Sag ja zum Leben“ und schließlich das Motto des Programms nach der schönen Leonard- Cohen-„Hallelujah“-Weise: „Jammern gilt nicht, jammern gilt nicht…“ Der lange, zum Teil im Stehende gespendete Applaus belohnte einen Liedermacher und Sprachjongleur, der mit seinem „Erheiterungsritual“ voll ins Schwarze trifft.