Kultur

Geburtstag Multiinstrumentalist, Sänger und Komponist Steve Winwood wird heute 70 Jahre alt

Das ewige Wunderkind des Rocks

Stephen Lawrence Winwood ist eines der größten Wunderkinder der Rockgeschichte: Er spielte mit vier Jahren Klavier, lernte auch schnell Gitarre und Schlagzeug. Schon bei der Hausmusik fiel auf, dass „Stevie“ ein Lied nur einmal hören musste, um es sofort nachspielen zu können. Ab seinem achten Lebensjahr trat der Engländer regelmäßig mit Vater und Bruder auf – meist mit dem Rücken zum Publikum, damit man nicht sehen konnte, wie jung dieser versierte Musiker war.

Heute feiert die in der Nähe von Birmingham geborene Rock-Ikone ihren 70. Geburtstag und blickt auf ein ganzes Arsenal von Hits zurück: von „Keep On Running“ (1965) und „Gimme Some Lovin’“ (1966) über „Feelin’ Alright“ (1968) oder „Can’t Find My Way Home“ (1969) bis zu den Soloerfolgen „While You See A Chance“ (1980), „Higher Love“ (1986) und „Back In The High Life Again“ (1986). Aber als Solist glänzte Winwood erst im Herbst seiner Karriere, als er keine Lust mehr auf endlose Diskussionen hatte.

Mit Clapton und Hendrix aktiv

Dabei hat kaum ein Musiker in so vielen bedeutenden Formationen gespielt: Als 14-Jähriger hatte er mit der Spencer Davis Group Mitte der 60er erste Welthits. Auch weil sein hoher, an Ray Charles Soul-Stil geschulter Gesang umwerfend funktionierte. Schon währenddessen trat er seiner ersten Supergroup bei: Eric Clapton And The Powerhouse (das musikalische „Kraftwerk“ um die Gitarrenlegende bestand unter anderem aus Jack Bruce (Cream) und Pete York (Spencer Davis Group)). 1967 gründete Winwood die Psychedelic-Rocker Traffic, die sich auflösten, als der Frontmann die nächste All-Star-Band formierte: Blind Faith, wiederum mit Clapton und Cream-Drummer Ginger Baker. Und das sind nur die erfolgreichsten Stationen Winwoods.

Damit nicht genug, war der Multiinstrumentalist mit der unverkennbaren Stimme natürlich auch ein gefragter Gastmusiker – von Legenden wie Jimi Hendrix, Lou Reed, George Harrison, aber auch von seinen eigenen Vorbildern aus dem Blues: etwa B.B. King oder Howlin’ Wolf. „Normale“ Popstars vom Rang einer Marianne Faithfull, Phil Collins’, David Gilmours (Pink Floyd), Billy Joels, Talk Talks und Paul Wellers fallen da fast schon ab.

Doch Winwood hat nicht Hitsammlungen nur für Rock-Nostalgiker oder Fans seiner für ihn selbst unerwarteten Pop-Hits in den 80ern zu bieten. Im Zuge einer fabelhaften Tournee wiederum mit Clapton entstand 2009 „Live from Madison Square Garden“, eines der besten Livealben überhaupt. Und zuletzt erschien 2017 „Greatest Hits Live“, auf dem Winwood in teilweise sehr inspirierten Konzertversionen seine unglaubliche Hitparade Revue passieren lässt. Ein Wunderkind bis ins hohe Alter.